In einer Studie befragte die Forschungsstelle sotomo 5340 Menschen aus der Schweiz, Deutschland, Frankreich, den Niederlanden und dem Vereinigten Königreich. Es zeigt sich: Die Natur als Sehnsuchts- und Erholungsort spielt in all diesen Ländern eine grosse Rolle. «Nirgendwo ist die Naturbezogenheit jedoch so stark wie in der Schweiz», so die Studie.

Fast drei Viertel der Schweizerinnen und Schweizer geben an, sie können in der Natur besonders gut Druck und Stress abbauen. Belastungen, die in der Bevölkerung immer mehr zunehmen. Laut der Studie trägt auch das Smartphone Schuld an dieser Entwicklung: «Der Zwang zur ständigen Erreichbarkeit ist besonders in der Schweiz und in Deutschland ein wichtiger Grund für den hohen Alltagsstress.»

Ein Wandervolk

Und was fangen wir mit der Natur an? Wir bewandern sie. Das Wandern ist laut Studie unsere beliebteste Outdoor-Aktivität. Kein Wunder: Es verbindet frische Luft mit Bewegung ohne sportlichen Leistungsdruck. Und trotzdem leisten wir einiges, denn in der Schweiz wird öfter, weiter und über mehr Höhenmeter gewandert als anderswo. Letzteres liegt sicher auch daran, dass sich hinter jeder Ecke ein paar Höhenmeter verstecken. Es wäre komisch, würde die Niederlande diese Kategorie anführen.

Unser Tipp: Wenn Sie sich auf den Weg machen, nehmen Sie das Handy ruhig mit: für Notfälle und um schöne Fotos zu machen. Stellen Sie es aber auf lautlos, in den Flugmodus oder eine andere Einstellung, die Benachrichtigungen und Anrufe unterdrückt. Und dann packen Sie es dorthin, wo Sie es nicht ständig reflexartig herausnehmen. Zum Beispiel in den Rucksack statt in die Hosentasche.

Der Weg zum Kraftort

Manche verbinden «Kraftorte» mit speziellen Energieflüssen. Aber auch wer nicht an sowas glaubt: Auf uns alle warten in der Natur Orte, die uns ganz persönlich gefallen, Ruhe spenden und inspirieren. Das kann ein Berg sein, ein Naturschutzgebiet, aber auch nur die Bank im örtlichen Wald mit der besonders schönen Aussicht in die Kronen der Fichten und Föhren.

Geniessen Sie den Herbst draussen, zum Beispiel mit einer Wanderung an einen dieser Orte:

  1. Bremgartenwald

    Stellvertretend für viele städtische Naherholungsgebiete steht der Berner Bremgartenwald mit seinem mystischen Treffpunkt – dem Glasbrunnen. Besondere Symbolik der Entschleunigung: Mitten durch den Wald führte einst eine Formel-1-Rennstrecke. Sie ist heute ein Veloweg.

  2. Menhire von Clendy

    Das kleine Stonehenge der Schweiz. 45 behauene Steine teils in menschlicher Gestalt – vor 6000 Jahren vermutlich Teil eines religiösen Versammlungsortes – stehen in Yverdon-les-Bains. Der Weg zur Fundstätte führt durch ein Naturschutzgebiet am See. 

  3. Felszeichnungen von Carschenna

    Niemand weiss, wer die vielen Symbole wie und wozu in die 11 Felsplatten geschlagen hat. Aber sie sind da, in der wunderschönen Viamala bei Sils/Domleschg. Vielleicht finden Sie ja ein paar Antworten.

  4. Creux du Van

    In Jahrmillionen ist der atemberaubende Felsenkessel Creux du Van entstanden, durch die Erosion von Wasser und Eis. Da heisst es respektvoll innehalten. Und wenn Sie grad leise sind, sehen Sie vielleicht sogar Steinböcke, Murmeltiere oder eine Gams.

  5. Kristallhöhle Kobelwald

    Im St. Galler Rheintal führen Steintreppen ins Innere des Bergs. In der zauberhaften Kristallhöhle Kobelwald bei Oberriet glitzern Kalzitkristalle und der Höhlenbach rauscht alle Gedanken an den Alltag hinfort.

Kraftorte oder einfach nur schöne Wanderungen gibt es in der Schweiz unzählige. Sie finden die entsprechenden Routen in dicken Wanderführern und natürlich im Internet, zum Beispiel auf Wanderblogs oder auf der Website von Schweiz Tourismus.

Schweiz Tourismus – Kraftorte

Energie tanken oder die Seele baumeln lassen. An diesen historischen Kraftorten sind oft Kultstätten, Kirchen und Klöster errichtet worden. Orte der Kraft finden sich auch verbreitet in der freien Natur, etwa bei Wasserfällen oder alten Bäumen. Es lohnt sich diesen speziellen Plätzen einen Besuch abzustatten.