Eine dreiköpfige Rasselbande, berufstätige Eltern, eine Katze, ganz viele unterschiedliche Bedürfnisse – und das in einer Wohnung. Ein solches Szenario hat sich während der Corona-Krise im Frühling auch bei Familie Fesseler in Bern abgespielt. Sie hätten den Lockdown als intensive Zeit erlebt, erzählt Nadine Fesseler, Mutter und Geschäftsführerin des Vereins ElternLehre: «Wir sind zwar in einer privilegierten Situation, haben eine grosse Wohnung, einen Garten und keine Existenzangst. Trotzdem war es eine anstrengende Zeit.» Vor allem deshalb, weil die 45-Jährige in zwei Parallelwelten gelebt hat. «Einerseits musste ich als Mutter präsent sein, den Haushalt erledigen und mit den Kindern lernen. Anderseits hatte ich eine verantwortungsvolle Aufgabe als Geschäftsführerin – das zu jonglieren, war eine grosse Herausforderung.» Auch bei den Kindern hat sich die neue Situation bemerkbar gemacht. In den ersten Wochen des Lockdowns hätten sich Noa (12), Gian (10) und Ben (7) deutlich häufiger gestritten, erzählt die älteste Tochter: «Die Jungs haben manchmal schon genervt, aber dann ging ich einfach raus in den Garten oder in die Natur.» Nadine Fesseler hingegen konnte beim Joggen abschalten, wenn es mal zu viel Nähe auf engstem Raum war.

Neue Kochroutinen und Putzpartys

Im turbulenten Alltag zwischen Kindern und Job kam Nadine Fesseler irgendwann an ihre Grenzen und fasste den Entschluss, ihre Kinder mehr in die täglichen Arbeiten miteinzubeziehen. Ihre Idee: Die Menüplanung abgeben. «Als Eltern überlegt man sich ständig, was man in den nächsten Tagen kochen könnte. Diese Aufgabe habe ich ausgelagert», erzählt die Bernerin mit einem Schmunzeln. Noa, Gian und Ben haben also zusammen einen Menüplan erstellt, den Einkaufszettel geschrieben, sind einkaufen gegangen und haben sogar selbst gekocht. Eine grosse Entlastung für die berufstätige Mutter. «Sie haben das total gut gemacht und ich konnte mich auf sie verlassen», meint sie stolz. Eine weitere Familienaktion während des Lockdowns waren Putzpartys. «Die Kinder haben sich über ihr altes Kinder-iPad beschwert, worauf mein Mann und ich ihnen erklärt haben, dass sie sich ein neues zuerst gemeinsam verdienen müssten.» Also stellte die Familie Fesseler eine Kasse auf und dann ging das Abenteuer Putzen los. Zu lauter Musik und bei guter Stimmung wurde das WC geschrubbt, das Reduit aufgeräumt und die Fenster wurden zum Glänzen gebracht. Nach vier Wochen und weiteren Taschengeldbeigaben war das Ziel erreicht.

Meine Arbeit war für meine Kinder oft spannender als ihre Hausaufgaben», lacht Nadine Fesseler.

Authentisch statt perfekt

Familie Fesseler hat während der Corona-Krise wichtige Erfahrungen gesammelt. Als Mutter, aber auch als Kursleiterin von ElternLehre rät Nadine Fesseler anderen Eltern, in solchen Extremsituationen authentisch zu sein. «Kinder dürfen mitbekommen, wenn es mal zu viel Nähe ist und wir Eltern deshalb auch mal gereizt sind. Wir müssen nicht perfekt sein. In besonderen Situation haben alle Stimmungen Platz – ob negative oder positive.» Dazu gehöre auch mal eine gemeinsame Frust-Glace. Gleichzeitig legt sie anderen Eltern ans Herz, den Kindern Zuversicht zu vermitteln, gemeinsam auch die Vorteile zu sehen und die Situation zu reflektieren. «Rückblickend war der Lockdown zwar anstrengend, aber auch eine wertvolle Erfahrung für die Kinder. Sie haben miterlebt, dass ein System zusammenbrechen kann – wir als Familie aber gestärkt wieder rausfinden.»

Fehlende Nähe zu den Liebsten

«Mein Smartphone würde ich nie mehr hergeben.» Nelly Zaugg, eine Seniorin aus Aarwangen, war in diesem Frühjahr oft alleine. Mitte März musste sie wegen einer Herzbehandlung für vier Wochen ins Spital, danach folgten drei weitere Wochen in der Berner Reha-Klinik Heiligenschwendi. Währenddessen durfte die 88-Jährige aufgrund des Coronavirus keinen Besuch empfangen. Eine schwere Zeit, wie sie erzählt: «Die fehlende Nähe zu Familie und Freunden hat mich sehr belastet – ich war immer allein, sogar die Gänge des Reha-Zentrums waren alle leer.» In dieser Zeit war ihr Smartphone der Schlüssel zu ihren Liebsten. Statt sie live zu sehen, hat Nelly Zaugg ihrer Familie Nachrichten und Fotos geschickt oder sich per Video-Telefonie mit ihnen ausgetauscht. «Ich möchte ja nicht nur Zeilen lesen, sondern auch mal ein Gesicht sehen», lacht die Seniorin. «Ich muss sagen, das Handy ist für mich in den letzten Monaten extrem wichtig geworden.» Nebst den Besuchen der Familie fehlte auch das monatliche Essen mit ihren drei Freundinnen. Doch die vier Frauen haben einen anderen Weg gefunden, sich auszutauschen: Über den Gruppenchat namens «Clübli». «Wenn man etwas in das Clübli schreibt, geht das an alle – das ist sehr praktisch», erklärt die Seniorin.

Das Smartphone wurde für Nelly Zaugg zu einem wichtigen Begleiter.

Die Krise gut überstanden

Insgesamt findet Nelly Zaugg, dass sie ziemlich gut mit der Corona-Krise umgegangen sei. Während ihres Aufenthalts in der Reha-Klinik genoss sie draussen oft die wunderbare Aussicht auf den Thunersee. «Das hat mir viel Kraft gegeben», erinnert sie sich. Auch ihrer Leidenschaft, dem Basteln, konnte sich die ehemalige technische Zeichnerin widmen. So hat sie für ihre Enkelin eine Kugel aus Ton angefertigt oder für ihre zahlreichen selbstgemachten Karten Servietten ausgeschnitten. Wieder zu Hause angekommen, konnte sie es kaum erwarten, ihrem anderen Hobby wieder nachzugehen: dem Fitness. «Ich trainiere immer an 11 Geräten, mache 2×20 Übungen und nehme dafür ein Gewicht von 15 bis 20 Kilo», erzählt die 88-Jährige ganz selbstverständlich. «Mein Fitnessprogramm hat mir sehr gefehlt – es tut mir einfach gut», grinst sie.

Liebe auf Distanz

Für Rahel Diers und Michael Müller hat das Thema Nähe eine ganz spezielle Bedeutung, denn die beiden leben seit zwei Jahren in einer Fernbeziehung. Zuerst wohnte die Strafrichterin in Stuttgart, heute liegen noch mehr Kilometer zwischen den beiden, da sie nach Hamburg gezogen ist. Michael Müller hingegen ist Geschäftsführer eines IT-Dienstleisters in Zürich. Sich mal eben zu treffen, ist oft nicht möglich. Das Beziehungsleben ist deshalb streng durchgetaktet: «Wir planen unsere Treffen immer drei bis vier Monate im Voraus – das gibt uns ein Gefühl von Sicherheit», erklärt Rahel Diers. So schafft es das verlobte Paar, sich an drei Wochenenden im Monat zu sehen. Während der Woche kommen digitale Kanäle wie WhatsApp oder Skype ins Spiel. Den Partner virtuell in ihren Alltag zu integrieren, sei besonders wichtig, erzählt der 32-Jährige: «Wir schreiben einander täglich lange Textnachrichten, erzählen darin von unserem Tag, was wir gerade machen oder was uns beschäftigt. Durch die regelmässige Kommunikation fühlen wir uns ein Stück näher.» Aber auch kleine Überraschungen lindern die Sehnsucht, sei es ein Blumenstrauss mit einer persönlichen Nachricht oder ein Osterpaket mit süssen Leckereien. «In einer Fernbeziehung sind solche Gesten noch wichtiger als sonst», erklärt Rahel Diers. Und auch bei der Arbeit huscht den beiden ab und zu ein Lächeln über das Gesicht, wenn plötzlich ein neues Bild mit einer Nachricht auf ihrem digitalen Bilderrahmen erscheint.

Der Wendepunkt

Im Frühling kam ihre bisher so gut organisierte Beziehung plötzlich ins Wanken. Mit dem Ausbruch der Corona-Krise wurden die Grenzen geschlossen und alle Flüge gestrichen. Für Rahel Diers und Michael Müller begann eine harte Zeit. «Ehrlich gesagt: Wir sind fast durchgedreht», erzählt Rahel Diers. Das Schlimmste seien die immer wiederkehrenden Hoffnungsschimmer gewesen, erinnert sich Michael Müller: «Die Behörden haben immer wieder gesagt, dass eine Ausnahmebewilligung für unverheiratete Paare möglich sei, doch schliesslich ist nichts passiert. Das war sehr niederschmetternd.» Für insgesamt acht Wochen konnten sich die beiden nicht sehen. Anfang Mai hielt es Michael nicht mehr aus, er schnappte sich die Autoschlüssel und fuhr los in der Hoffnung, dass ihn jemand zu seiner Liebsten lässt. Bei drei Grenzübergängen ist er abgeblitzt, beim vierten klappte es dann. «Ein deutscher Zollbeamter hatte Mitleid mit mir und hat mich reingelassen.» Wie das Wiedersehen war? «Nach 12 Stunden Autofahrt bin ich nach dem gemeinsamen Essen einfach nur todmüde ins Bett gefallen», lacht er. Eine Woche später traf sich das Paar dann in Stockholm, da Schweden das einzige Land mit offenen Grenzen war. Weitere drei Wochen später wurde der Grossteil der Massnahmen aufgehoben. Die Corona-Krise hat den beiden ganz klar vor Augen geführt, dass sie ihrer Beziehung auf Distanz ein Ende setzen wollen. «Die Fernbeziehung ist zu aufwendig, zu unsicher und wir möchten nie mehr abhängig sein von externen Faktoren», betont Michael Müller. Ende September gibt sich das Paar in Italien das Jawort. Ob sie in die Schweiz ziehen wird oder er nach Deutschland – das sei noch nicht ausdiskutiert, meinen die beiden. Klar ist aber: Sie wollen näher beieinander leben.

Nahe bei den Kundinnen und Kunden

Die Corona-Krise hat auch den Alltag der KPT innert weniger Tage auf den Kopf gestellt. Mitte März verlegten die meisten Mitarbeitenden ihren Arbeitsplatz nach Hause, statt physischer Sitzungen gab es nun Telefongespräche. Die räumliche Distanz hinderte uns aber nicht daran, weiterhin persönlich für Sie da zu sein. Denn gerade in herausfordernden Zeiten ist es wichtig, dass Sie sich auf einen zuverlässigen Partner verlassen können.

An dieser Stelle möchten wir Ihnen einfach mal Danke sagen. Danke, dass Sie uns vertrauen und wir Sie zu unseren Kundinnen und Kunden zählen dürfen.

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