«Der Darm wird auch als unser zweites Gehirn bezeichnet», sagt Joachim Mertens. So hat auch unsere psychische Verfassung einen Einfluss auf unseren Magen-Darm-Trakt. «Jeder kennt den plötzlichen Toilettengang in stressigen Situationen wie Prüfungen oder Präsentationen.» Aber auch umgekehrt gilt: «Bei Magen-Darm-Beschwerden ist oft auch die Psyche angeschlagen, vor allem bei entzündlichen Darmerkrankungen sind die Menschen psychisch sehr belastet.»
Der Darm ist mit einem komplexen Nervensystem ausgestattet, über das er sich ständig mit dem Gehirn austauscht. Diese Kommunikation über die Darm-Hirn-Achse und den Vagusnerv verläuft in beide Richtungen. Die Kommunikation zwischen Darm und Gehirn funktioniert über Botenstoffe wie das Glückshormon Serotonin, das zu 95 Prozent im Darm gebildet wird.
Ist das Mikrobiom gestört, wird nicht genügend Serotonin produziert. Die Folge können Unwohlsein, Schlafstörungen, Angstzustände oder depressive Verstimmungen sein. Andersherum kann auch psychischer Stress auch die Zahl der nützlichen Bakterien im Darm verringern und damit die Immunabwehr schwächen.
Ein gesunder Darm kann sich positiv auf unser Wohlbefinden auswirken. Eine ausgewogene Ernährung, ausreichend Bewegung und Entspannung spielen daher eine wichtige Rolle für das Mikrobiom und damit auch für die Psyche.