1. Auf die Gesundheit achten

    Wer sich über eine längere Zeit intensiv um die Betreuung von nahstehenden Angehörigen kümmert, sollte sich von Anfang an Unterstützung holen. Die Verantwortung soll auf mehrere Schultern verteilt werden. Planen Sie Pausen ein, um Ihre Batterien wieder aufzuladen und so auch zu sich selber zu schauen.

  2. Sich austauschen

    Sie sind nicht alleine mit Ihrer Situation. Tauschen Sie sich mit Gleichgesinnten aus – diese verstehen Sie am besten und können Ihnen vielleicht sogar den einen oder anderen Tipp mit auf den Weg geben. Diverse Organisationen (Insieme, Krebsliga, Cerebral, etc.) bieten Selbsthilfegruppen, Seminare oder Treffen an.

  3. Vereinbarkeit mit dem Job klären

    Viele Menschen, die Ihre Angehörigen betreuen und pflegen, sind selber berufstätig. Alles unter einen Hut zu bringen, ist eine Herausforderung. Sprechen Sie am Arbeitsplatz offen über Ihre Situation und suchen Sie mit den Vorgesetzen nach guten Lösungen für beide Seiten.

  4. Betreuungsgutschriften anfordern

    Wer pflegebedürftige Verwandte betreut, hat Anspruch auf Betreuungsgutschriften. Dies sind Zuschläge zum Erwerbseinkommen, welche bei der Rentenberechnung berücksichtigt werden. Verlangen Sie bei der AHV-Zweigstelle das Anmeldeformular für Betreuungsgutschriften oder füllen Sie es gleich online aus.

  5. Situation neu beurteilen

    Am Anfang lief alles gut und sie hatten die Betreuung im Griff. Mittlerweile haben Sie aber weniger Energie und sind öfters gereizt. Planen Sie im Voraus regelmässige Situationsbeurteilungen und fragen Sie sich, ob die Umstände für Sie noch stimmen oder ob Sie Hilfe benötigen.

  6. Die richtigen Unterstützungsangebote finden

    Es gibt viele Organisationen, die Entlastung und Unterstützung für Sie und Ihre Angehörigen anbieten: Entlastungsdienst, Ferienangebote, Besuchsdienste, Spitex, Fahrdienst, etc. Lesen Sie weiter oder informieren Sie sich im Internet, beim Sozialdienst oder bei einer Fachstelle. 

Quelle: Entlastungsdienst Schweiz: angehoerige-pflegen.ch

Nützliche Angebote für Pflegende

Fahrdienst

Ihre Liebsten zu Arztbesuchen oder zu Therapien zu fahren, benötigt viel Zeit. Falls Sie diese nicht aufbringen können, nehmen Sie externe Hilfe an.

Hauspflege

Wenn die Medikamentengabe oder die Körperpflege zu einem Problem wird und Sie als Angehörige nicht immer da sein können, helfen professionelle Pflegefachleute.

Ferienangebot

Ferien sind für Kranke sowie deren Angehörige extrem wichtig, um nicht ständig an die Krankheit zu denken und sich trotz allem mal zu entspannen. Diverse Organisationen bieten Ferien mit Unterstützung an.

Besuchsdienst

Ältere und kranke Menschen fühlen sich oft einsam. Freiwillige Besucher bringen Abwechslung in den Alltag, hören zu oder gehen mit Ihren Angehörigen spazieren.

Entlastungsdienst

Tages- und Nachstrukturen (TuNS) sind dafür da, dass Sie zwischendurch eine Verschnaufpause machen können. TuNS sind Einrichtungen, in denen ältere Personen tagsüber oder über Nacht aufgenommen werden. Anbieter sind Pflegeheime, Tagesheime und Tagesstätten. Diese Unterstützung wird durch den behandelnden Arzt verordnet. Alternativ gibt es viele weitere Angebote.

Hilfreiche Dokumente

Was sind die Wünsche der kranken Angehörigen? Wie würde die kranke Mutter entscheiden, wenn sie noch selbst könnte? Regeln Sie solche Fragen, bevor es zu spät ist.

Weitere Tipps für Angehörige

Informieren Sie sich rechtzeitig und holen Sie frühzeitig Hilfe.

Verantwortung frühzeitig regeln

Sorgen Sie vor und bevollmächtigen Sie frühzeitig eine Vertrauensperson. Diese Person darf sämtliche Versicherungsangelegenheiten in Ihrem Namen regeln.

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Wir erklären Ihnen, was Sie bei der Vollmacht beachten sollten und wie Sie sie am besten beantragen.