Vitamine und Mineralstoffe sind während der Schwangerschaft besonders wichtig. Sie unterstützen die Entwicklung von Gehirn, Organen, Knochen und Blut des Babys. Sie stärken zugleich die Mutter, können Schwangerschaftsbeschwerden lindern und Risiken wie Schwangerschaftsdiabetes, Bluthochdruck oder ein ungünstiges Geburtsgewicht senken.
Der Bedarf an Vitaminen und Mineralstoffen steigt in der Schwangerschaft deutlich. Eine abwechslungsreiche Ernährung deckt den Grossteil dieses Mehrbedarfs. «Bei manchen Nährstoffen kann eine gezielte Ergänzung durch Supplemente sinnvoll sein», sagt Ernährungsberaterin Andrea Sutter.
Vitamin B12 und Eisen
Vitamin B12 und Eisen sind entscheidend für die Blutbildung und die Sauerstoffversorgung von Mutter und Kind. Vitamin B12 unterstützt zusätzlich die Zellteilung und die Entwicklung des Nervensystems. Ein Mangel kann Müdigkeit bei der Mutter, Blutarmut und Entwicklungsstörungen beim Baby verursachen.
Quellen:
- Eisen: Fleisch, Hülsenfrüchte, Vollkorngetreide und grünes Gemüse.
- Vitamin B12 kommt fast ausschliesslich in tierischen Lebensmitteln wie Fleisch, Fisch, Eiern und Milchprodukten vor
Tipp der Ernährungsberaterin: Vitamin C verbessert die Aufnahme von pflanzlichem Eisen.
Calcium
Calcium unterstützt den Aufbau von Knochen und Zähnen beim Baby und spielt eine Rolle bei der Blutgerinnung sowie der Muskelfunktion der Mutter.
Quellen:
- Milch und Milchprodukte,
- grünes Blattgemüse wie Brokkoli und Grünkohl
- Nüsse, Mandeln
- calciumreiches Mineralwasser.
Zink
Zink ist wichtig für Wachstum, Zellteilung und das Immunsystem. Es unterstützt die Entwicklung von Organen und Gewebe beim Baby und die Wundheilung sowie Infektabwehr bei der Mutter.
Quellen:
- Fleisch
- Geflügel
- Fisch
- Eier und Milchprodukte
- Hülsenfrüchte, Nüsse und Vollkornprodukte.
Vitamin B6
Vitamin B6 ist wichtig für den Eiweissstoffwechsel, die Bildung von Neurotransmittern und die Gehirnentwicklung des Babys. Es kann zudem Schwangerschaftsbeschwerden wie Übelkeit und Erbrechen lindern.
Quellen:
- Vollkornprodukte
- Hülsenfrüchte
- Bananen
- Kartoffeln
- Fleisch
- Fisch
- Nüsse
Tipp der Ernährungsberaterin: Besprechen Sie bei Schwangerschaftsübelkeit oder -erbrechen mit Ihrer Frauenärztin oder dem Frauenarzt, ob eine zusätzliche Versorgung mit Vitamin B6 in Kombination mit anderen Wirkstoffen sinnvoll ist.
Jod
Jod unterstützt die Schilddrüsenfunktion, die für Stoffwechsel und Gehirnentwicklung des Babys wesentlich ist. Ein Mangel kann zu Wachstums- und Entwicklungsstörungen führen.
Quellen: Jodiertes Speisesalz, damit zubereitete Produkte wie Brot, Fisch, Meeresfrüchte, Käse und Eier.
Tipp der Ernährungsberaterin: Klären Sie am besten mit Ihrer Frauenärztin oder dem Frauenarzt, ob eine Einnahme von Jodtabletten sinnvoll ist.
Omega 3 Fettsäuren
Omega-3-Fettsäuren, insbesondere DHA, sind wichtig für die Entwicklung von Gehirn und Augen des Babys. Sie wirken zudem entzündungshemmend und unterstützen die Herz-Kreislauf-Gesundheit.
Quellen:
- Fettreiche Fische wie Lachs
- Leinsamen, Walnüsse und Rapsöl.
Tipp der Ernährungsberaterin: Essen Sie ein- bis zweimal pro Woche fettreichen Fisch oder nehmen Sie nach ärztlicher Rücksprache Fischöl- oder Algenölkapseln zu sich.
Vitamin A und Vitamin C
Vitamin A ist wichtig für die Entwicklung von Augen, Haut und Schleimhäuten des Babys sowie für das Immunsystem der Mutter. Vitamin C unterstützt die Aufnahme von Eisen, stärkt das Immunsystem und trägt zur Bildung von Bindegewebe und Knochen beim Kind bei.
Quellen:
- Vitamin A: Tierische Lebensmittel wie Milchprodukte und Eier; pflanzliche Form als Beta-Carotin in Karotten, Kürbis und dunkelgrünem Blattgemüse.
- Vitamin C: Zitrusfrüchte, Paprika, Kiwi, Brokkoli und Beeren.
Magnesium
Magnesium unterstützt Muskelfunktion, Energiestoffwechsel, Nervenübertragung und trägt zur gesunden Entwicklung von Knochen und Zähnen des Babys bei.
Quellen:
- Vollkornprodukte
- Hülsenfrüchte
- Nüsse, Samen
- grünes Blattgemüse