
Männergesundheit | 12.2.2026
Andropause: Wechseljahre beim Mann erklärt
Gibt es die Wechseljahre beim Mann, auch Andropause genannt? Viele Männer bemerken ab Mitte 40 Symptome wie Müdigkeit, Stimmungsschwankungen oder nachlassende Libido – ausgelöst durch den altersbedingten Rückgang des Testosterons. Spezialist Dr. David Zimmermann klärt auf.
Was sind die Wechseljahre beim Mann (Andropause)?
Die männlichen Wechseljahre, auch Andropause genannt, sind ein aktuell häufig diskutiertes Thema. «Ich vermeide diese Begriffe», erklärt jedoch Dr. David Zimmermann. «Denn Männer durchlaufen keineswegs vergleichbare Wechseljahre wie Frauen.» Tatsächlich sinkt der Testosteronspiegel bei Männern mit zunehmendem Alter langsam und meist unbemerkt.
«Nicht jeder Testosteronabfall ist klinisch relevant», stellt der Androloge klar. «Nur bei tiefen Testosteronwerten mit passenden Symptomen wie Müdigkeit, Libidoverlust oder Stimmungsschwankungen spricht man von einem behandlungsbedürftigen Hypogonadismus.»
Die Diagnose Hypogonadismus
Die Diagnose Hypogonadismus erfordert einen zweimal nachgewiesenen niedrigen Testosteronwert. Etwa fünf Prozent der gesunden Männer zwischen 40 und 79 Jahren sind betroffen. Dr. David Zimmermann erklärt: «Ist ein Hypogonadismus nachgewiesen, benötigen manche Männer dauerhaft eine Therapie. Gleichzeitig können sich die Werte verbessern, wenn Lebensstil, Ernährung oder Begleiterkrankungen wie Diabetes und Bluthochdruck optimiert werden.»
Wann treten die Wechseljahre des Mannes auf?
Wann die «Wechseljahre beim Mann» beginnen, ist individuell unterschiedlich. Meist sinkt der Testosteronspiegel ab etwa 40 Jahren langsam, «was aber kein Problem darstellen muss», betont Dr. David Zimmermann.
Erste Anzeichen eines Testosteronmangels sind häufig eine verminderte Libido, erektile Dysfunktion oder Müdigkeit. Lebensstil, Ernährung, Bewegungsmangel, Schlafprobleme, Stress, Übergewicht oder Begleiterkrankungen wie Bluthochdruck, Diabetes oder Fettstoffwechselstörungen können den Verlauf beeinflussen.
Wie lange dauern die Wechseljahre beim Mann?
Wie lange die Wechseljahre beim Mann dauern, hängt stark von individuellen Faktoren ab. Der Rückgang des Testosterons verläuft schleichend, weniger abrupt als bei Frauen. Die Symptome können sich über Jahre bis Jahrzehnte hinziehen.

Welche Symptome treten bei der Andropause auf?
Die Symptome der Andropause können vielfältig sein. Männer bemerken durch den altersbedingten Testosteronrückgang oft schleichende Veränderungen, die sich auf verschiedene Bereiche auswirken. Dr. David Zimmermann betont, dass nicht alle Beschwerden direkt durch den Hormonabfall entstehen – auch Faktoren wie Lebensstil, Übergewicht, Diabetes oder Bluthochdruck spielen eine Rolle.
Hormonveränderungen
Der Testosteronabfall kann körperliche Funktionen wie Sexualität, Muskelaufbau und Energiehaushalt beeinflussen. Auch kognitive Leistungsfähigkeit und Stimmung können betroffen sein.
Schlafstörungen
Schlafstörungen können während der «Wechseljahre beim Mann» auftreten. Ein klarer Zusammenhang mit Hypogonadismus ist jedoch wissenschaftlich nicht belegt. Testosteron kann die Schlafregulation beeinflussen, jedoch gibt es viele weitere mögliche Ursachen.
Wechseljahre des Mannes und Psyche
Reizbarkeit, Konzentrationsprobleme, Müdigkeit oder depressive Episoden können vorkommen. Hypogonadismus kann solche psychischen Beschwerden begünstigen, ist aber nicht die häufigste oder alleinige Ursache. Auch eine sogenannte Midlife-Crisis kann mit ähnlichen Symptomen einhergehen, unterscheidet sich jedoch in Ursache und Behandlung deutlich.
Gewichtszunahme
Mit dem Alter nehmen viele Männer leichter zu – oft durch Ernährung, weniger Bewegung oder Krankheiten – was den Hormonmangel weiter verschärft. Denn Fettgewebe baut Testosteron ab und wandelt es in Östrogen um. Gleichzeitig fördert weniger Testosteron Gewichtszunahme und Muskelabbau. Die gute Nachricht: Schon durch eine Gewichtsreduktion und einen aktiveren Lebensstil lässt sich der Hormonhaushalt oft positiv beeinflussen.
Abnehmende Muskelkraft
Beim Hypogonadismus führt der Testosteronmangel zu abnehmender Muskelkraft. Ohne das Hormon, das normalerweise den Muskelaufbau und eine effiziente Energienutzung unterstützt, verlieren die Muskeln an Leistungsfähigkeit. Müdigkeit und geringere körperliche Aktivität verstärken diesen Effekt zusätzlich.
Libidoverlust und Erektionsstörungen
Libidoverlust und erektile Dysfunktion gehören zu den häufigsten Symptomen eines Testosteronmangels und treten oft als erste Beschwerden auf.
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Wie unterscheiden sich Testosteronabnahme und Testosteronmangel?
Mit zunehmendem Alter sinkt der Testosteronspiegel bei Männern – ein normaler Prozess ohne Krankheitswert. Von einem behandlungsbedürftigen Testosteronmangel, dem Hypogonadismus, spricht man erst, wenn die Werte mehrfach nachweislich niedrig sind und typische Beschwerden wie Müdigkeit, Muskelabbau oder Libidoverlust auftreten. Ein einmalig erniedrigter Wert reicht für die Diagnose nicht aus.
Wie kann man den Testosteronspiegel natürlich stabil halten?
Viele Beschwerden der Andropause oder der Wechseljahre des Mannes lassen sich mit Anpassungen im Alltag verbessern. Dr. David Zimmermann betont, dass ein stabiler Hormonhaushalt durch gezielte Lebensstilmassnahmen unterstützt werden kann. Besonders wichtig sind:
- Ernährung: ausgewogen, viel Obst, Gemüse und Vollkornprodukte – auch für einen gesunden Darm
- Bewegung: Kraft- und Ausdauertraining zur Stärkung von Muskeln und Energiehaushalt
- Gewichtsmanagement: Übergewicht vermeiden, Bauchfett loswerden, da Fettgewebe Testosteron in Östrogen umwandelt
- Schlaf: ausreichender, erholsamer Schlaf stabilisiert Hormone
- Stressabbau: gesunde Work-Life-Balance fördert das hormonelle Gleichgewicht
- Tageslicht und Aktivitäten im Freien wie Wandern: unterstützen den natürlichen Hormonrhythmus
- Regelmässige Vorsorge: Kontrolle von Diabetes, Bluthochdruck und anderen Begleiterkrankungen
Was hilft Männern bei Beschwerden während der Andropause?
Ein gesunder Lebensstil ist der erste Schritt, um Symptome wie Müdigkeit oder Antriebslosigkeit zu mildern.
Eine Testosteron-Ersatztherapie kann sinnvoll sein, wenn ein klarer Testosteronmangel vorliegt und die Beschwerden stark ausgeprägt sind. Mögliche Methoden sind perkutane Gele oder intramuskuläre Injektionen. «Bei manchen Patienten dient die Therapie nur dazu, eine schwere Phase zu überbrücken. Bei anderen, etwa nach Hodenkrebsbehandlung, kann sie dauerhaft notwendig sein», erläutert Dr. David Zimmermann.
Bei der Testosteronersatztherapie sind regelmässige Kontrollen wichtig: Denn sie kann das Blut dickflüssiger machen, was zum Beispiel eine Thrombosenbildung begünstigt, die Spermienproduktion hemmen oder Nebenwirkungen wie Brustvergrösserung und Reizbarkeit auslösen kann. Ein erhöhtes Risiko für Prostatakrebs ist nicht belegt, dennoch empfiehlt sich eine jährliche Untersuchung. «Bei korrekter Diagnose überwiegen die Vorteile», stellt der Androloge klar. «Ziel bleibt, die Therapie irgendwann wieder absetzen zu können.»
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Wann brauche ich ärztliche Hilfe?
Männer sollten ärztlich abklären lassen, wenn während der Wechseljahren Symptome auftreten wie
- anhaltende Müdigkeit,
- Depressionen,
- Libidoverlust,
- erektile Dysfunktion oder
- starke Schlafstörungen
Besonders die erektile Dysfunktion kann ein Frühwarnzeichen für Herz-Kreislauf-Erkrankungen sein – vor allem bei zusätzlichen Risikofaktoren wie Übergewicht oder Bluthochdruck.
Erste Anlaufstelle ist die Hausärztin oder der Hausarzt. Nach ersten Untersuchungen kann entschieden werden, ob eine Überweisung zu einer Fachärztin oder einem Facharzt für Endokrinologie oder Urologie nötig ist. Männer, die bereits urologisch betreut werden, können Sexualfunktionsstörungen dort in der Praxis besprechen.
FAQ – Wechseljahre des Mannes
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