
Kostenübernahme Krankenkasse | 24.9.2026
Was bezahlt die Krankenkasse für den Zahnarzt?
Die Krankenkasse übernimmt Zahnarztkosten in der Schweiz nur selten. Eine Versicherungsexpertin erklärt, wann die Grundversicherung zahlt und wann sich eine Zahn-Zusatzversicherung lohnt. Erfahren Sie zudem, mit welchen Kosten Sie für die gängigsten Zahnbehandlungen rechnen müssen.
Was bezahlt die Grundversicherung für den Zahnarzt?
Die Grundversicherung der Krankenkasse übernimmt Zahnarztkosten nur in gesetzlich festgelegten Ausnahmefällen. Kontrolluntersuchungen, Kariesbehandlungen, Dentalhygiene oder Zahnersatz bezahlen Sie grundsätzlich selbst.
Die Grundversicherung bezahlt die Kosten nur:
- bei schweren, nicht vermeidbaren Erkrankungen des Kausystems
- bei Behandlungen, die wegen einer schweren Allgemeinerkrankung nötig sind
- bei einem Unfall, sofern keine andere Unfallversicherung zuständig ist
- bei bestimmten Geburtsgebrechen, wenn die Invalidenversicherung nicht dafür aufkommt
Welche Behandlungen gedeckt sind, ist in der Krankenpflege-Leistungsverordnung festgelegt. Die Krankenkassen können diesen gesetzlichen Leistungskatalog nicht erweitern oder einschränken.
Ob die Krankenkasse die Kosten übernimmt, hängt von der Diagnose ab. Bei grösseren Behandlungen erstellt Ihre Zahnärztin oder Ihr Zahnarzt einen Kostenvoranschlag und reicht ihn zur Prüfung bei der Versicherung ein.
Auch die Kosten für Zahnspangen und andere kieferorthopädische Behandlungen trägt die Grundversicherung nur in den oben erwähnten Fällen. Eine gewöhnliche Zahnfehlstellung reicht für eine Kostenübernahme nicht aus.
Was bezahlt die Krankenkasse bei einem Zahnunfall?
Bei einem Zahnunfall übernimmt in der Regel die Unfallversicherung die Kosten für die Behandlung beim Zahnarzt. Voraussetzung ist, dass der Zahnschaden durch ein plötzliches und unbeabsichtigtes Ereignis entstanden ist – etwa durch einen Sturz, einen Schlag oder eine Sportverletzung.
Nicht als Zahnunfall gelten Karies, altersbedingte Zahnschäden oder andere Zahnerkrankungen. Auch ein Zahnschaden, der beim Beissen auf einen harten Gegenstand ensteht, gilt in der Regel nicht als Unfall ist deshalb meistens nicht über die Unfallversicherung gedeckt.
Unfallversicherung ein- oder ausschliessen
Arbeiten Sie mindestens acht Stunden pro Woche beim selben Arbeitgeber? Dann sind Sie über die betriebliche Unfallversicherung gegen Berufs- und Nichtberufsunfälle versichert. Melden Sie einen Zahnunfall deshalb zuerst Ihrem Arbeitgeber.
Sind Sie nicht über einen Arbeitgeber unfallversichert, müssen Sie eine Unfallversicherung in die Grundversicherung einschliessen. Das betrifft zum Beispiel Kinder, Studierende, Pensionierte oder Personen ohne Erwerbstätigkeit.
Tipp: Melden Sie einen Zahnunfall möglichst rasch. Lassen Sie die Verletzung untersuchen und dokumentieren, auch wenn der Zahn zunächst keine Beschwerden verursacht.
Bezahlt die Krankenkasse eine Notfallbehandlung beim Zahnarzt?
Welche Versicherung die Kosten einer Notfallbehandlung übernimmt, hängt davon ab, warum Sie zum Zahnarzt müssen: Entsteht der Notfall durch einen versicherten Unfall, bezahlt in der Regel die Unfallversicherung. Das gilt beispielsweise für einen ausgeschlagenen Zahn nach einem Sturz.
Akute Zahnschmerzen wegen Karies oder einer Entzündung gelten dagegen als normale Zahnbehandlung. Diese Kosten bezahlen Sie in der Regel selbst. Eine Zahn-Zusatzversicherung kann sich je nach Leistungsumfang daran beteiligen.
Die Grundversicherung bezahlt einen Zahn-Notfall nur, wenn eine gesetzliche Pflichtleistung vorliegt. Das ist zum Beispiel bei bestimmten schweren Erkrankungen des Kausystems oder bei Behandlungen im Zusammenhang mit einer schweren Allgemeinerkrankung der Fall.
Was bezahlt die Zusatzversicherung?
Eine Zahn-Zusatzversicherung übernimmt je nach Krankenkasse und Leistungsklasse einen Teil der Zahnarztkosten.
Welche Behandlungen versichert sind und wie hoch die Kostenbeteiligung ausfällt, ist je nach Versicherung unterschiedlich. Vergleichen Sie deshalb vor dem Abschluss insbesondere folgende Punkte:
- Welche Behandlungen sind versichert?
- Wie viel Prozent der Kosten übernimmt die Versicherung?
- Wie hoch ist der maximale Beitrag pro Kalenderjahr?
- Gelten Karenzfristen oder Altersgrenzen?
- Ist eine Gesundheitsprüfung erforderlich?
- Gibt es einen Selbstbehalt?
Eine Zahn-Zusatzversicherung kann Sie vor hohen Behandlungskosten schützen. Schliessen Sie die Versicherung frühzeitig ab, solange Ihre Zähne gesund sind. Werden bereits Zahnerkrankungen bekannt, ist ein Abschluss oft nicht mehr möglich oder Leistungen werden eingeschränkt.
Die Zahn-Zusatzversicherung der KPT
Die Zahn-Zusatzversicherung der KPT beteiligt sich je nach Leistungsklasse an Behandlungen, die nicht von der Grundversicherung gedeckt sind. Dabei fällt keine Franchise an. Dazu gehören professionelle Dentalhygiene, kieferorthopädische Massnahmen wie Zahnspangen, chirurgische Massnahmen, Zahnentfernungen, Implantate, Zahnersatz sowie Wurzelbehandlungen, Füllungen, Kronen und Prothesen.
Wichtig: Bei der Zahn-Zusatzversicherung gilt eine Karenzfrist. Das bedeutet: Leistungen werden nach 6 Monaten ab Vertragsbeginn erbracht, Bei Kieferorthopädie, Zahnprothetik und Zahnsanierungen wegen Amalgamunverträglichkeit nach 12 Monaten.

Zahn-Zusatzversicherung – jetzt vorsorgen
Schützen Sie Ihre Zähne frühzeitig: Eine Zahn-Zusatzversicherung übernimmt Kosten für Zahnersatz, Kariesbehandlungen und bei Kindern und Jugendlichen sogar für Zahnspangen. Je früher abgeschlossen, desto einfacher der Einstieg – besonders für junge Erwachsene.
Übernimmt die Krankenkasse Zahnbehandlungen im Ausland?
Nein, die Grundversicherung übernimmt geplante Zahnbehandlungen im Ausland nicht. Kosten für eine Behandlung beim Zahnarzt im Ausland müssen Sie in der Regel selbst bezahlen.
Ausnahme
Eine Ausnahme gilt für medizinisch notwendige Notfallbehandlungen während eines vorübergehenden Auslandsaufenthalts. Bei einem Zahnunfall hängt die Kostenübernahme von Ihrem Unfallschutz und den geltenden gesetzlichen Bestimmungen ab.
Möglicherweise übernimmt eine Zahn-Zusatzversicherung Kosten für Zahnbehandlungen im Ausland. Klären Sie dies vor einer geplanten Behandlung mit Ihrer Krankenkasse, ob und in welchem Umfang Leistungen gedeckt sind.
Tipp: Achten Sie bei einer Behandlung beim Zahnarzt im Ausland nicht nur auf den Preis. Reise- und Übernachtungskosten, Nachkontrollen, mögliche Korrekturen, die Behandlung von Komplikationen oder Behandlungsfehler können zusätzliche Kosten verursachen.
Was kosten Zahnbehandlungen in der Schweiz?
Die Kosten für eine Zahnbehandlung hängen von verschiedenen Faktoren ab. Entscheidend sind unter anderem die Art der Behandlung, der Aufwand, das verwendete Material und der Taxpunktwert der Zahnarztpraxis.
So wird der Preis berechnet
Jede zahnärztliche Leistung ist mit einer bestimmten Anzahl Taxpunkte bewertet. Die Zahnarztpraxis multipliziert diese mit ihrem Taxpunktwert.
Anzahl Taxpunkte × Taxpunktwert = Behandlungskosten
Beispiel: Kurzbefundaufnahme mit 33.10 Taxpunkten und einem Taxpunktwert von CHF 1.20
Berechnung: 33.10 (TP) x CHF 1.2 (TPW) = CHF 39.70
Der Taxpunktwert kann je nach Praxis oder Tarifvereinbarung unterschiedlich sein. Gemäss der Schweizerischen Zahnärzte-Gesellschaft (SSO)sollte er höchstens 1,70 Franken betragen. Bei Behandlungen zulasten der Sozialversicherungen oder der Grundversicherung gelten andere Werte, die von den Behörden festgelegt werdenWie sich die Behandlungskosten berechnen und welche Tarife gelten, erklärt die Schweizerische Zahnärzte-Gesellschaft (SSO).
Zusätzlich können Kosten für Material, Labor oder externe Arbeiten anfallen. Bei Kronen, Brücken und Implantaten machen diese oft einen wesentlichen Teil der Gesamtkosten aus.
Preise für häufige Zahnbehandlungen
Möchten Sie wissen, mit welchen Kosten Sie für eine Zahnbehandlung rechnen müssen? Die folgende Übersicht gibt Ihnen eine Orientierung.
Die Preise sind Richtwerte. Je nach Praxis, Region und Aufwand können die tatsächlichen Kosten abweichen.
- Dentalhygiene: 100 bis 300 Franken
- Zahnfüllung: 150 bis 300 Franken; grosse oder mehrflächige Füllungen bis zu 400 Franken
- Zahn ziehen: 200 bis 350 Franken; bei einem chirurgischen Eingriff 400 bis 700 Franken
- Weisheitszahn ziehen: je nach Aufwand 300 bis 800 Franken
- Röntgenbild: 20 bis 50 Franken; Panoramaaufnahme 80 bis 180 Franken
- Wurzelbehandlung: 700 bis 1’800 Franken
- Zahnkrone: 1’200 bis 2’000 Franken
- Dreigliedrige Zahnbrücke: 2’500 bis 4’500 Franken
- Implantat mit Krone: 3’500 bis 5’500 Franken
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Unser Team steht Ihnen von Montag–Donnerstag von 08:00–12:00 Uhr und von 13:30–17:00 Uhr sowie am Freitag von 08:00–12:00 Uhr und von 13:30–16:00 Uhr zur Verfügung. Auf Wunsch beraten wir Sie auch zu einem vorvereinbarten Termin - beispielsweise über Mittag.
Das Wichtigste in Kürze
- Die Grundversicherung bezahlt Zahnarztkosten nur in gesetzlich geregelten Ausnahmefällen.
- Kontrollen, Kariesbehandlungen, Dentalhygiene und Zahnersatz bezahlen Sie in der Schweiz grundsätzlich selbst.
- Bei einem versicherten Zahnunfall ist in der Regel die Unfallversicherung zuständig.
- Eine Zahn-Zusatzversicherung kann sich an Behandlungen, Dentalhygiene, Zahnersatz und Zahnspangen beteiligen.
- Leistungen, Kostenanteile, Höchstbeträge und Karenzfristen unterscheiden sich je nach Zusatzversicherung.
- Verlangen Sie vor einer umfangreichen Behandlung einen schriftlichen Kostenvoranschlag.
Häufige Fragen
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