Herzinfarkt mit Sport vorbeugen
Regelmässige Bewegung ist eine der wirksamsten Strategien zur Herzinfarkt-Vorbeugung. Sie hilft, den Blutdruck zu senken, das Körpergewicht zu regulieren und das Bauchfett zu reduzieren, den Blutzucker zu stabilisieren und die Cholesterinwerte zu verbessern – zusätzlich stärkt sie auch das mentale Wohlbefinden.
«Die aktuellen Empfehlungen der kardiologischen Fachgesellschaften raten zu mindestens 30 bis 60 Minuten körperlicher Aktivität an fünf Tagen pro Woche – je mehr, desto besser», sagt Kardiologe Dr. Peter Burger. «Dabei muss es nicht immer Jogging oder Radfahren sein. Auch zügiges Spazierengehen, Schwimmen, Tanzen oder Gartenarbeit bringen den Kreislauf in Schwung.»
Wer intensiver trainiert, profitiert oft schon von zwei bis drei Einheiten pro Woche. Extremsport hingegen sollte je nach Gesundheitszustand individuell betrachtet werden. Eine ärztliche Einschätzung ist hier sinnvoll, vor allem bei Vorerkrankungen oder Risikofaktoren.
Herzinfarkt mit Ernährung vorbeugen
Was wir täglich essen, hat einen direkten Einfluss auf unsere Herzgesundheit. Eine ausgewogene, pflanzenbasierte Ernährung kann helfen, Cholesterin- und Blutdruckwerte zu senken, Entzündungen zu reduzieren und so das Risiko für einen Herzinfarkt deutlich zu verringern. «Wir empfehlen eine mediterrane Ernährung mit viel Gemüse, Obst, Vollkornprodukten und hochwertigen pflanzlichen Ölen. Tierische Fette, vor allem in Wurst, Butter oder fetten Milchprodukten, sollten hingegen möglichst reduziert werden», sagt Dr. Peter Burger.
Herzfreundliche Lebensmittel – das gehört auf den Teller:
- Ungesättigte Omega-3-Fettsäuren aus fettem Seefisch (z. B. Lachs, Makrele), Leinsamen, Walnüssen oder Rapsöl
- Frisches Gemüse und Früchte – idealerweise saisonal und regional
- Hülsenfrüchte, Nüsse und Vollkornprodukte
- Hochwertige Pflanzenöle (z. B. Olivenöl) statt tierischer Fette
Besser vermeiden:
- Zu viel Salz – erhöht den Blutdruck
- Verarbeitete Fleischprodukte wie Wurst
- Zuckerreiche Fertigprodukte und Softdrinks
- Transfette (z. B. in Fast Food oder Backwaren mit gehärteten Fetten)
Welche Auswirkung hat Stress auf das Herzinfarktrisiko?
Stress ist ein oft unterschätzter Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen – auch bei jungen Menschen. «Chronischer Stress fördert Entzündungsprozesse im Gefässsystem, erhöht den Blutdruck und begünstigt Stoffwechselstörungen wie Diabetes. All diese Faktoren belasten die Herzkranzgefässe und erhöhen das Risiko für einen Herzinfarkt», erklärt Dr. Peter Burger. Umso wichtiger ist es, Stress abzubauen.
Akuter Stress wiederum führt zur vermehrten Ausschüttung von Stresshormonen wie Adrenalin und Cortisol – das lässt Blutdruck und Puls schnell ansteigen. Bei bereits vorgeschädigten oder instabilen Gefässablagerungen (Plaques) kann dies sogar einen plötzlichen Herzinfarkt auslösen.
Regelmässige Check-ups
Auch wer sich gesund fühlt, kann unbemerkt Risikofaktoren wie Bluthochdruck, erhöhte Cholesterinwerte oder einen gestörten Blutzuckerstoffwechsel haben. «Check-ups helfen, das persönliche Herzinfarkt-Risiko frühzeitig zu erkennen», erklärt Kardiologe Dr. Peter Burger. Zu den Vorsorgeuntersuchungen gehören:
- Blutdruckmessung
- Laboruntersuchungen (z. B. Cholesterin, Blutzucker)
- Analyse familiärer Vorbelastung
- Befragung zu Lebensstil und Beschwerden
Empfohlen sind diese Untersuchungen ab dem 40. Lebensjahr – oder früher, wenn Risikofaktoren wie Rauchen, Diabetes, Übergewicht oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen in der Familie bestehen.
Bei Bedarf können weitere Untersuchungen wie ein Belastungstest oder eine Computertomographie der Herzkranzgefässe (Koronar-CT) durchgeführt werden. Damit lassen sich Verkalkungen oder Engstellen frühzeitig erkennen – oft noch bevor erste Symptome auftreten.