Ist Sport gut fürs Immunsystem? Grundsätzlich ja, aber die Zusammenhänge sind komplex. Neurotransmitter zum Beispiel wirken direkt auf die verschiedenen Immunzellen. So kann Adrenalin, das bei Sport und Stress ausgeschüttet wird, die Menge der zur Krankheitsabwehr wichtigen Killerzellen stark ansteigen lassen. Allerdings kann die Anzahl Killerzellen genauso rasch wieder fallen – manchmal unter den Ursprungswert.

Treiben wir übermässig Sport, schwächen wir unser Immunsystem eher. Wer bis an die Belastungsgrenze trainiert – zum Beispiel mehrere Stunden mit starker Anstrengung – ist rund zwei Tage lang anfälliger für Infektionskrankheiten. Hochleistungssportler erkranken deshalb auch häufiger an Atemwegsinfekten. Gänzlich Untrainierte allerdings ebenfalls. 

Sport stärkt im Normalfall nämlich die Immunabwehr – wenn wir in einem vernünftigen Leistungsbereich und regelmässig trainieren.

Sport stärkt im Normalfall nämlich die Immunabwehr – wenn wir in einem vernünftigen Leistungsbereich und regelmässig trainieren. Dazu tragen viele Effekte bei: Die besagten Neurotransmitter, aber auch eine verbesserte Durchblutung und die Tatsache, dass Bewegung Stress abbaut. 

Ideales Wintertraining: Skiprofi im Interview

Didier Plaschy, was spricht für Wintersport, um das Immunsystem und die allgemeine Gesundheit zu stärken?

Im Winter sitzen die Menschen öfter in Gebäuden und atmen CO2 ein. Sie legen Strecken seltener zu Fuss oder mit dem Velo zurück. Sommersportarten fallen weg und in der Adventszeit essen wir auch mehr und ungesünder. Da ist regelmässiger Wintersport ein guter Ausgleich. Er bietet Bewegung, Sonnenlicht, frische Luft und vor allem viel Freude in einer wunderschönen Natur.

Sie selbst waren Skiprofi. Aber nicht alle sind begnadete Skifahrer oder Snowboarderinnen.

Das macht nichts. Es gibt so viele Wintersportarten, die sich für Anfängerinnen und Anfänger eignen und ausserdem sehr gelenkschonend sind. Wandern im Schnee zum Beispiel. Auch Langlaufen kann man rasch erlernen, gerade mit dem neuen Material.

Aha, was gibt’s Neues beim Langlaufen?

Die neuste Generation von Langlaufski hat auf der Lauffläche nicht mehr diese Schuppen, die so surren, sondern Felleinsätze. Damit ist man effizienter unterwegs und es macht eindeutig mehr Spass.

Und wie ist das jetzt mit dem Wandern im Schnee? Reden wir da vom Schneeschuhwandern?

Beim Schneeschuhwandern läuft man mit den Schneeschuhen, die man sich unter die Bergschuhe schnallt, ohne einzusinken über den Tiefschnee. Wenn es jemand sportlich mag, empfehle ich, einfach in den Bergschuhen zu laufen. Das ist je nach Schneehöhe eine deutlich intensivere Belastung.

Wie sportlich sollte man denn unterwegs sein?

Für den Kreislauf ist Intervalltraining gut. Sich also grundsätzlich im mittleren Pulsbereich bewegen, in dem man sich noch gut unterhalten kann. Dann bläst man mehrmals nacheinander die «Pumpe» aus, gibt also ein paar Minuten ordentlich Gas, rennt zum Beispiel bergauf und bringt dabei die Herzfrequenz in den oberen Bereich.

Wintersport ist oft mit Kosten verbunden: Material, Anreise, Lifttickets. Was empfehlen Sie Leuten, die aufs Budget schauen müssen?

Auch da gibt es verschiedene Möglichkeiten. Zum Schlittschuhlaufen braucht es oft keine weite Anreise und man trainiert dabei dieselben Muskelgruppen wie beim Skifahren. Ausrüstung für verschiedene Sportarten kann man in Skigeschäften mieten oder an Sportbörsen gebraucht kaufen.

Wer günstig auf die Skipiste möchte, kann am Pistenrand oder entlang einem Winterwanderweg hochlaufen – auf Tourenski oder mit den Ski respektive dem Snowboard auf dem Rücken. Oben dann picknicken und anschliessend eine schöne Abfahrt geniessen.

Wo sollte man nicht sparen?

Wer im Schnee laufen will, sollte in gute Bergschuhe investieren. Bequem, wasserdicht, zum Beispiel mit Gore-Tex-Membran, dazu eventuell Gamaschen für den hohen Schnee. Eine Beratung im Fachgeschäft lohnt sich.

Der Walliser Didier Plaschy war erfolgreicher Skirennfahrer in den Disziplinen Slalom und Riesenslalom. Heute ist er Trainer, TV-Experte für Skirennen beim SRF und Co-Direktor des KPT-Partners – dem Skiverbandes Ski Valais.

Gezielte Übungen für Ihr Immunsystem

Wollen Sie ihr Immunsystem nachhaltig stärken? Dann bewegen Sie sich. Zielgerichtetes Functional Training ist laut zahlreichen wissenschaftlichen Studien eine zentrale Säule, auf die sich Ihre starken Abwehrkräfte stützen können. Functional Training stärkt Ihr Immunsystem nachhaltig und langfristig. Wichtig ist, dass Sie ausgewogen trainieren und verschiedene Fitnesskomponenten miteinander kombinieren. Unser Gesundheitspartner savo.ch hat für Sie ein kurzes ganzheitliches Workout zusammengestellt, dass Ihnen den Einstieg erleichtert.  

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Jetzt im Winter widmen wir uns ganz unserer körpereigenen Krankheitsabwehr. Zuletzt haben wir den Psychoneuroimmunologen Dr. Samuel Gehrke gefragt, wie die Stimmung das Immunsystem beeinflusst. Im nächsten Beitrag erklärt Drogistin Andrea Nyfeler die Wirkung von sogenannten Adaptogenen – Pflanzenwirkstoffen, die eine regulierende Wirkung auf den Körper haben.

Richtig aufgewärmt in den Schnee

Damit wir uns beim Wintersport nicht verletzen und die Regeneration danach verkürzen können, ist ein Warm-up und ein Cool-down unabdingbar. 

Winterliches Warm-up und Cool-down

Sie möchten wissen, wie Sie sich optimal aufwärmen bevor Sie Wintersport treiben? Unser Gesundheitspartner savo.ch hat praktische Übungen für ein optimales Warm-up und Cool-down im Schnee zusammengestellt.