Der Schlafzyklus – Wie oft wechseln wir die Schlafphasen pro Nacht?
Der Schlaf verläuft nicht gleichmässig, sondern in wiederkehrenden Zyklen.
Ein vollständiger Schlafzyklus dauert etwa 90 bis 120 Minuten und wiederholt sich pro Nacht vier- bis sechsmal, abhängig von der Gesamtschlafdauer. Innerhalb eines Zyklus durchläuft der Körper vier Schlafstadien:
- Einschlafphase
- stabile Leichtschlafphase
- Tiefschlaf
- REM-Schlaf
Dabei kommt es immer wieder zu kurzen Wachphasen sowie zu Wechseln zwischen einzelnen Schlafstadien, etwa zwischen Leicht- und Tiefschlaf.
Einschlafphase – Der Übergang in den Schlaf
Die Einschlafphase (oder Leichtschlafstadium 1) ist der Übergang vom Wachzustand in den Schlaf. Der Körper beginnt sich zu entspannen, die Gehirnaktivität verlangsamt sich, ebenso wie die Atmung und der Herzschlag.
Viele Menschen erleben diesen Moment als Übergang zwischen Wachsein und Schlaf. Wechsel zwischen den beiden Zuständen sind nicht selten: Wer in dieser Phase geweckt wird, ist sich oft nicht sicher, ob er überhaupt geschlafen hat. Licht und Geräusche können in dieser frühen Phase leicht zum Erwachen führen. Knapp 10 Prozent der Nacht verbringen Menschen durchschnittlich im Leichtschlafstadium 1.
Leichter Schlaf – Stabilisierung des Schlafs
Im stabilen Leichtschlaf (Leichtschlafstadium 2) vertieft sich die Entspannung. Ein bekanntes Experiment verdeutlicht dies: Hält man einen Schlüssel in der Hand, fällt er beim Eintritt in diesen Schlafabschnitt zu Boden – ein Hinweis darauf, dass der Körper in die nächste Phase übergeht.
«In den Gehirnwellen sind dabei typische Muster zu erkennen, sogenannte Schlafspindeln und K-Komplexe», sagt die Schlafexpertin. «Sie helfen, den Schlaf zu stabilisieren und verhindern das Aufwachen zum Beispiel durch störende Geräusche.» Zur Erklärung: ‘K-Komplex’ kommt vom englischen ‘to knock’ (anklopfen) und hilft dem Gehirn, störende Geräusche zu dämpfen, um den Schlaf zu schützen. Der stabile Leichtschlaf macht gut die Hälfte des Nachtschlafs aus.
Tiefschlafphase – Die Regenerationsphase
Der Tiefschlaf ist zentral für die körperliche Erholung und den Abbau des Schlafdrucks. Hier werden unter anderem Wachstumshormone ausgeschüttet und das Gehirn von Stoffwechselrückständen gereinigt. Besonders wichtig ist der Tiefschlaf auch für ein optimal funktionierendes Immunsystem. «Das zeigt sich auch daran, dass eine Erkrankung wie beispielsweise ein grippaler Infekt zu mehr Tiefschlaf führt – dafür spart der Körper am REM-Schlaf», erklärt Dr. Christine Blume. Auch für die Festigung von am Tag gebildeten Gedächtnisspuren scheint der Tiefschlaf besonders wichtig zu sein. Gesunde Erwachsene verbringen durchschnittlich rund 10 bis 20 Prozent der Nacht im Tiefschlaf. Diese Phase überwiegt in der ersten Nachthälfte. Ein ausgedehnter Mittagsschlaf, der über 30 Minuten hinausgeht, kann den Tiefschlafanteil in der Nacht verringern. Umgekehrt führt zu wenig Schlaf in einer Nacht dazu, dass der Tiefschlafanteil in der folgenden Nacht zunimmt und so der Schlafmangel ausgeglichen wird.