
Prävention/Krankheiten | 30.9.2026

Prävention/Krankheiten | 30.9.2026
Übelkeit, Durchfall und Erbrechen sind typische Symptome einer Magen-Darm-Grippe – auch Gastroenteritis genannt. Die Infektion zählt weltweit zu den am meisten verbreiteten Krankheiten und betrifft fast jeden mindestens einmal im Leben. Zwei Experten geben Tipps zu Symptomen, Dauer der Beschwerden – und sagen, was wirklich hilft.
Die akute Gastroenteritis äussert sich meist plötzlich mit typischen Symptomen, vor allem durch:
Begleitend treten häufig Bauchkrämpfe und Bauchschmerzen, oft mit Druckgefühl und Völlegefühl sowie Appetitlosigkeit auf. In vielen Fällen leiden Betroffene kurz an leichtem Fieber, Kopf- oder Gliederschmerzen und allgemeinem Unwohlsein. Meist hören die Symptome einer Magen-Darm-Grippe von allein auf, wenn ausreichend Flüssigkeit und Salze ersetzt werden.

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«Bei einer akuten Gastroenteritis ist meist keine Erregerdiagnose nötig», sagt Dr. Tobias Zander. Sie ist nur wichtig bei schwerem oder längerem Verlauf, Blut im Stuhl, Vorerkrankungen, schwachem Immunsystem oder wenn jemand in einer Gemeinschaftseinrichtung oder mit Lebensmitteln arbeitet.
Viren sind die häufigste Ursache von Magen-Darm-Erkrankungen. In der Schweiz infizieren sich jedes Jahr rund 400 000 Personen mit Noroviren – bekannt für den typischen «Brechdurchfall». Rotaviren verursachen besonders bei Babys und Kleinkindern schwere Durchfälle.
Bakterielle Magen-Darm-Infektionen entstehen meist durch verunreinigte Lebensmittel. Campylobacter sind mit 7000 bis 8000 Fällen pro Jahr in der Schweiz die häufigsten Erreger, gefolgt von Salmonellen. Diese Erkrankungen verlaufen häufig mit höherem Fieber und blutigem Stuhl.
Parasitäre Magen-Darm-Infektionen sind seltener und treten meist nach Auslandsreisen auf. Ein Beispiel ist Giardia lamblia (Giardiose). Die Beschwerden beginnen oft erst nach ein bis zwei Wochen und können über Wochen anhalten.
Dr. Bruno Balsiger erklärt: «Umgangssprachlich spricht man oft von einer ‘Lebensmittelvergiftung’. Tatsächlich verursachen bei einer echten Lebensmittelvergiftung die Toxine (Gifte) in verdorbenem Essen die Beschwerden – meist schon nach wenigen Stunden. Bei einer Infektion hingegen vermehren sich Bakterien oder Keime im Darm und es dauert länger, bis Symptome auftreten.»
«Bei einer akuten Gastroenteritis ist meist keine Erregerdiagnose nötig.»
Die häufigste Ansteckung der Magen-Darm-Grippe ist die fäkal-orale Übertragung der Erreger über schmutzige Hände oder Gegenstände, die dann an den Mund oder die Nase kommen – zum Beispiel, wenn man sich nach dem Toilettengang die Hände nicht wäscht oder verunreinigte Oberflächen anfasst.
Kranke Personen scheiden Viren und Bakterien mit dem Stuhl oder Erbrochenem aus. Bei Noroviren können winzige Tröpfchen beim Erbrechen in die Luft gelangen und eingeatmet werden. Deshalb infizieren sich Familienangehörige, Kita- und Pflegepersonal leicht. Auch eine Übertragung durch Händeschütteln oder Umarmungen ist möglich.
Viele Erreger wie Campylobacter oder Salmonellen gelangen über verunreinigte Lebensmittel in den Körper. Typische Quellen sind rohes oder ungenügend gegartes Fleisch (insbesondere Geflügel), Eier oder Milch. Auch Gemüse und Salat können durch verschmutztes Wasser belastet sein. Viren finden sich oft in Rohmilch, Muscheln oder frisch zubereiteten Salaten.
Manche Infektionen sind Zoonosen – von Tieren übertragbare Infektionskrankheiten:
Campylobacter können durch Geflügel übertragen werden, Salmonellen durch Reptilien, Vögel und Kleintiere. Cryptosporidien und Giardien können über den Kot von Schafen, Ziegen oder Hunden ins Wasser gelangen. «Wer sich nach dem Stallbesuch oder Tierkontakt nicht sorgfältig Hände wäscht, kann sich leicht anstecken», warnt Dr. Tobias Zander.
Manche Erreger sind sehr widerstandsfähig: Noroviren überleben oft mehr als zehn Tage auf Türklinken, Spielzeug oder Toilettenoberflächen. Ohne gründliche Desinfektion bleiben sie lange ansteckend. Auch Bakterien wie Salmonellen oder Parasiten wie Giardien können an Oberflächen haften.
Nach der Ansteckung folgt eine Inkubationszeit. Das ist die Zeit zwischen Ansteckung und den ersten Symptomen, bevor die akute Krankheitsphase beginnt. Ist diese überstanden, folgt die langsame Erholung.
Die Dauer einer Magen-Darm-Grippe kann je nach Erreger sehr unterschiedlich sein.
Nach Abklingen der Durchfälle erholen sich die meisten Menschen rasch, vor allem Kinder – sofern sie genug trinken. Ältere Personen oder chronisch Kranke brauchen oft länger, da ihr Flüssigkeits- und Elektrolythaushalt empfindlicher ist. «Der wichtigste Faktor für die Erholung ist für alle: ausreichend Flüssigkeit und Elektrolyte – also Mineralsalze wie Natrium oder Kalium, die der Körper bei Durchfall verliert und die durch geeignete Getränke ersetzt werden müssen», betont Dr. Bruno Balsiger.
«Der wichtigste Faktor für die Erholung ist für alle: ausreichend Flüssigkeit und Elektrolyte.»
In den meisten Fällen heilt eine Magen-Darm-Infektion von selbst innerhalb weniger Tage. Treten jedoch neben Durchfall oder Erbrechen weitere Beschwerden auf, sollten Sie ein Arzt aufsuchen – besonders bei:
Manche Menschen sollten bei Magen-Darm-Beschwerden frühzeitig einen Arzt aufsuchen, da ihr Körper schnell austrocknet oder empfindlich reagiert. Dazu zählen Säuglinge und Kleinkinder, ältere Menschen, chronisch Kranke (z. B. bei Diabetes, Herz-, Kreislauf- oder Nierenerkrankungen), immungeschwächte Personen (z. B. durch Chemotherapie oder Steroidbehandlung) sowie Schwangere.
Bei Auftreten von Ohnmacht, Krampfanfällen oder Bewusstseinsstörungen sollten Sie einen Notfall im Spital aufsuchen und in ganz akuten Fällen direkt den Notruf wählen.
«Bei einer akuten Magen-Darm-Grippe werden Medikamente nur in sehr speziellen Fällen eingesetzt, da die Behandlung vor allem symptomatisch ist», sagt Dr. Tobias Zander. «Das heisst, sie lindert die Beschwerden und sorgt für den Ausgleich von Flüssigkeit und Elektrolyten. Magen-Darm-Grippe Medikamente, die die Krankheit direkt heilen, gibt es nicht, vor allem nicht bei viralen Infektionen.»
Viel trinken, zum Beispiel Wasser, Tee oder klare Brühe, ist der wichtigste Teil der Behandlung. Elektrolytlösungen aus der Apotheke können helfen, den Salzhaushalt auszugleichen.
«Grundsätzlich dürfen Kinder und Erwachsene bei einer Magen-Darm-Grippe essen, was ihnen bekommt und was sie gewohnt sind», betont Dr. Bruno Balsiger. «Sie müssen nicht hungern, strenge Diäten oder Teepausen sind nicht nötig und können sogar schaden. Hören Sie auf Ihren Körper: Erlaubt ist, was gut tut!»

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Wie lange eine Magen-Darm-Grippe ansteckend ist, hängt vom Erreger ab:
«Eine effektive Vorbeugung gegen Magen-Darm-Infektionen basiert auf einfacher, aber konsequenter Hygiene», sagt Dr. Bruno Balsiger. «Gründliches Händewaschen mit Seife und sorgfältigem Reiben der Hände ist das A und O. Ergänzt durch gezielte Flächenreinigung, korrektes Verhalten im Krankheitsfall und sauberes Küchenmanagement kann eine Verbreitung der Erkrankung vermieden werden.»
«Eine effektive Vorbeugung gegen Magen-Darm-Infektionen basiert auf einfacher, aber konsequenter Hygiene.»

Angina, auch bekannt als Mandelentzündung oder Tonsillitis, ist eine häufige Erkrankung, die besonders in der kalten Jahreszeit auftritt. Sie wird meist durch Viren oder Bakterien verursacht und ist hoch ansteckend. Typische Symptome sind Halsschmerzen, Schluckbeschwerden und Fieber. HNO-Spezialist Dr. Grégory Schürmann erklärt, wie man Angina erkennt, behandelt und vorbeugt.

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