
Babys/Kinder | 20.2.2026
Zähne putzen bei Kindern – So klappt die Zahnpflege stressfrei
Viele Kinder putzen ungern Zähne – und für Eltern wird das tägliche Ritual schnell zur Geduldsprobe. Dr. med. dent. Martina Hartmann erklärt die KAI-Methode und gibt Motivations-Tipps. Plus: Lohnt sich eine Zahn-Zusatzversicherung für mein Kind?
Ab wann sollten Kinder mit dem Zähneputzen beginnen?
Kinder sollten bereits ab dem ersten Milchzahn mit dem Zähneputzen beginnen. Das ist Aufgabe der Eltern. Zuerst mit einem Fingerling, und wenn mehrere Zähne durchgebrochen sind, mit einer weichen Kinderzahnbürste. Säuglinge erkunden die Welt mit dem Mund und der Zunge – dies kann zur Gewöhnung an die Zahnbürste genutzt werden: Lassen Sie Ihr Kind nach dem Zähneputzen die Zahnbürste selbst ausprobieren.
Wenn Ihr Kind mit 18 Monaten nicht Zähne putzen will, können Sie es spielerisch und ohne Zwang an das Zähneputzen heranführen. Dazu eignen sich Zahnputzlieder, Reime oder Bilderbücher zum Thema. Wenn das Kind älter wird, sollten Sie gemeinsam die Zähne putzen und ihm den Umgang mit der Zahnbürste zeigen. Ihr Kind wird sich bald selbst die Zähne putzen wollen. Lassen Sie es, aber putzen Sie immer nach.
Wie oft sollten Kinder Zähne putzen?
Kinder sollten mindestens 2-mal täglich, morgens und abends nach dem Essen, die Zähne putzen – die Eltern putzen immer nach. So lautet die offizielle Empfehlung der Schweizerischen Zahnärzte-Gesellschaft SSO. «Wichtig ist die Regelmässigkeit des Zähneputzens, vor allem abends. Danach sollten die Kinder nichts mehr essen und nur noch Wasser oder ungesüssten Tee trinken», sagt Kinderzahnärztin Dr. Martina Hartmann. Sind alle Milchzähne durchgebrochen, sollte 3-mal täglich geputzt werden. Eltern sollten die Zähne ihrer Kinder bis zum 8. Lebensjahr nachputzen.
Wie lange sollten Kinder Zähne putzen?
Kinder sollten mindestens zwei Minuten Zähne putzen. Zur Zeitkontrolle eignen sich Sanduhren, Zahnputzlieder oder auch Apps, die das Zähneputzen für Kinder unterhaltsamer machen, z. B. «Mam Brushy Time! Zähneputzen» für Kleinkinder und später «Philips Sonicare For Kids» und «Disney Magic Timer by Oral-B». Nach dem Zähneputzen die Zahnpasta nur ausspucken, nicht mehr mit Wasser spülen.
«Wichtig ist die Regelmässigkeit des Zähneputzens, vor allem abends.»
KPT-Zahn-Zusatzversicherung für Kinder
Regelmässige Zahnpflege ist wichtig – und eine Zahn-Zusatzversicherung kann Ihr Budget für Zahnarztkosten deutlich entlasten. Besonders für Kinder eignet sich die Leistungsklasse 4, denn bis zum 20. Lebensjahr übernimmt die KPT 75 Prozent der Kosten für kieferorthopädische Behandlungen wie Zahnspangen ohne betragliche Begrenzung.
Tipps für stressfreies Zähneputzen bei Kindern
Kinder haben oft einfach keine Lust, sich die Zähne zu putzen. Wie Eltern sie trotzdem motivieren können, erfahren Sie mit diesen Tipps von Dr. Martina Hartmann:
- Machen Sie gemeinsames Zähneputzen zu einem kleinen Familienritual.
- Ob Einhorn oder Dinosaurier – lassen Sie Ihr Kind seine Lieblingszahnbürste aussuchen.
- Auch die Zahnpasta sollte Ihrem Kind schmecken, probieren Sie verschiedene Sorten aus.
- Belohnungssysteme, Zahnputzlieder oder Apps können Ihr Kind zusätzlich motivieren.
- Mit einem Hocker vor dem Spiegel sieht sich Ihr Kind selbst als Zahnputzheldin oder Zahnputzheld.
- Bei Kleinkindern empfiehlt es sich, die Zähne direkt nach dem Abendessen zu putzen, bevor Ihr Kind zu müde ist.
- Wenn Ihr Kind unruhig ist, können Sie die Zähne auch im Liegen putzen.
Die richtige Technik: KAI-Methode für Kinder
Die KAI-Zahnputztechnik ist eine kindgerechte Zahnputzmethode, bei der die Zähne in drei Schritten systematisch gereinigt werden. Diese Methode ist auch die Putztechnik, die in der Schulzahnpflege gelehrt wird. KAI steht für:
- K = Kauflächen: Zuerst werden die Kauflächen mit kleinen Bewegungen von hinten nach vorne geputzt, um Speisereste und Beläge zu entfernen.
- A = Aussenflächen: Dann die Aussenflächen mit kleinen Auf- und Abbewegungen putzen – am besten mit geschlossenem Mund, damit es leichter geht. Zunächst die Aussenflächen seitlich, dann vorne.
- I = Innenflächen: Zuletzt die Innenflächen von hinten nach vorne mit kleinen Auf- und Abbewegungen putzen – von rot nach weiss, also vom Zahnfleisch zum Zahn.

Anleitung der KAI-Methode
Welche Zahnbürste ist für Kinder geeignet?
Für Kinder sind Zahnbürste mit einen kurzen, schmalen Bürstenkopf geeignet. Sie sollte ersetzt werden, sobald die Borsten seitlich abstehen.
Für Kinder ab etwa drei Jahren empfiehlt Dr. Martina Hartmann auch eine elektrische Zahnbürste. Damit lässt sich der Zahnbelag vor allem an schwer erreichbaren Stellen oft effektiver entfernen. «Kinder sollten abwechseln, z. B. abends die elektrische Zahnbürste, tagsüber die Handzahnbürste», rät die Kinderzahnärztin.
Welche Zahnpasta ist für Kinder geeignet?
Wählen Sie die Zahnpasta nach den Vorlieben des Kindes aus. Sie sollte jedoch Fluorid enthalten, so die Empfehlung der Schweizerischen Zahnärzte-Gesellschaft SSO. Beachten Sie die Altersangabe auf der Zahnpastatube: Fluoridierte «Kinderzahnpasta» enthält 0,05 Prozent [500 ppm] Fluorid und ist für Kinder von null bis fünf Jahren geeignet. Ab sechs Jahren oder spätestens mit dem Durchbruch des ersten bleibenden Backenzahns sollten Kinder auf «Juniorzahnpasta» (bis 12 Jahre) oder Erwachsenenzahnpasta umsteigen. Dort kann der Fluoridgehalt bis zu 0,15 Prozent [1500 ppm] betragen.
Fluoridgelée ab dem 6. Lebensjahr
Ab dem 6. Lebensjahr empfiehlt die SSO zusätzlich die Anwendung von Fluoridgelée einmal pro Woche. «Ein Fluoridgelée bietet eine gute Kariesprophylaxe. Es muss nach dem Auftragen unbedingt ausgespuckt werden», ergänzt Dr. Martina Hartmann.
«Um Karies bei Kindern vorzubeugen, sind zwei Dinge besonders wichtig: die richtige Zahnpflege und eine zahngesunde Ernährung.»
Kariesprävention – So bleiben Kinderzähne gesund
Die Vermeidung von Karies bei Milchzähnen ist wichtig für die allgemeine Gesundheit des Kindes und für lebenslang gesunde Zähne. «Um Karies bei Kindern vorzubeugen, sind zwei Dinge elementar: die richtige Zahnpflege und eine zahngesunde Ernährung», betont die Kinderzahnärztin.
Die richtige Zahnpflege bei Kindern zur Kariesprophylaxe
- Regelmässiges Zähneputzen 2-mal täglich ab dem ersten Zahn
- 3-mal täglich Zähneputzen, wenn alle Milchzähne durchgebrochen sind
- Zähne der Kinder bis zum 8. Lebensjahr nachputzen
- Korrekte Zahnputztechnik KAI-Methode für Kinder
- Jährliche Kontrolluntersuchung bei Zahnärztin / Zahnarzt
- Zahnpasta mit altersentsprechendem Fluoridgehalt
- Fluoridgelée ab dem 6. Lebensjahr
- Eltern sollten die richtige Zahnpflege vorleben
Die richtige Ernährung zur Vorbeugung von Karies
- Zucker vermeiden und zahngesunde Ernährung bevorzugen. Harte, frische und zuckerarme Lebensmittel sind ideal. Süssigkeiten, Fertigprodukte und stark verarbeitete Lebensmittel vermeiden.
- Zuckerfreie Zwischenmahlzeiten wie Gemüsesticks, Nüsse, Cracker, Naturjoghurt zweimal am Tag (Znüni und Zvieri) anbieten. Kein zusätzliches Snacking zwischendurch.
- Zuckerhaltige Süssgetränke, Softdrinks und Fruchtsäfte minimieren. Wasser und ungesüssten Tee anbieten.
- Produkte mit dem «Zahnmännchen» für Zahnfreundlichkeit bevorzugen.
- Fluoridiertes Speisesalz verwenden (Packungen mit grünem Streifen).
Zahn-Zusatzversicherung für Kinder – Warum sie sich lohnt
Trotz bester Zahnpflege braucht heute jedes zweite Kind eine Zahnspange. Viele Eltern schliessen deshalb für ihr Kind eine Zahn-Zusatzversicherung ab. Eine Zahn-Zusatzversicherung für Kinder lohnt sich,
- um die Kosten einer Zahnspange, die sich auf über 10'000 Franken belaufen können, zu decken.
- um die finanzielle Belastung bei teuren Kieferbehandlungen zu reduzieren.
- wenn Sie die Zahnarztkosten wie Füllungen, Zahnersatz, chirurgische Eingriffe nicht selbst bezahlen können. Die Grundversicherung übernimmt die Zahnarztkosten für Kinder nur in besonderen Fällen.
- Gut zu wissen: Kinder bis zum 5. Geburtstag in der Regel ohne Gesundheitsprüfung in eine Zahn-Zusatzversicherung aufgenommen. Eine frühzeitige Anmeldung lohnt sich.
Ideal für Kinder: Die Zahn-Zusatzversicherung der KPT
Mit der Zahn-Zusatzversicherung der Leistungsklasse 4 sichern Sie Ihre Kinder optimal ab: Bis zum 20. Lebensjahr übernimmt die KPT 75 Prozent der Kosten für Zahnspangen – ohne betragliche Limite. Zudem profitieren Sie von hochwertigem Zahnschutz wie Dentalhygiene und Kariesprophylaxe.
FAQ – Zähne putzen mit Kindern
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