
Babys/Kinder | 16.2.2026
Karies bei Kindern erkennen und vorbeugen
Kinderzahnärztin Dr. med. dent. Martina Hartmann zeigt, wie Eltern mit der richtigen Vorsorge die Basis für lebenslang gesunde Zähne legen. Erfahren Sie zudem, warum eine Zahn-Zusatzversicherung für Kinder ein entscheidender Baustein für den finanziellen Schutz ist.
Was ist Karies bei Kindern?
Karies bei Kindern – oft auch Milchzahnkaries genannt – ist eine bakterielle Erkrankung der Zähne, bei der die Zahnsubstanz durch Säuren angegriffen wird. Im schlimmsten Fall entstehen die umgangssprachlichen «Löcher» im Zahn. Milchzahnkaries kann bereits bei ein- bis zweijährigen Kindern auftreten.
«Karies bei Kindern entsteht durch das Zusammenspiel von zuckerhaltiger Ernährung, Bakterien und unzureichender Zahnpflege.»
Was sind die häufigsten Ursachen für Karies bei Kindern?
Karies bei Kindern entsteht durch das Zusammenspiel von zuckerhaltiger Ernährung, Bakterien und unzureichender Zahnpflege. Zucker aus Getränken und Nahrungsmitteln wird von den Bakterien in der Mundhöhle innerhalb weniger Minuten zu Säuren vergoren, die den Zahnschmelz angreifen.
«Milchzähne sind besonders anfällig für Karies, weil ihr Zahnschmelz dünner und weniger mineralisiert ist als der von bleibenden Zähnen», erklärt Dr. Martina Hartmann. «Das grösste Problem, das zu Karies bei Kindern führt, ist das Dauernuckeln an der Schoppenflasche bei Kleinkindern und später das Snacken zwischendurch.» Vor dem Schlafengehen, nach der letzten Mahlzeit oder nach zuckerhaltigen Getränken müssen die Zähne von den Eltern gereinigt werden.
Wie kann man Karies bei Milchzähnen erkennen?
Erste Anzeichen für Karies können weisse Flecken auf der Zahnoberfläche oder gelbliche oder bräunliche Verfärbungen der Zähne sein. Das frühzeitige Erkennen von Karies an Milchzähnen ist entscheidend, um grössere Schäden zu vermeiden. Die jährliche Kontrolluntersuchung beim Zahnarzt ist die wichtigste Massnahme: Denn letztlich kann nur die die Zahnärztin oder der Zahnarzt Karies an Milchzähnen sicher erkennen.

Karies bei Kindern im Anfangsstadium erkennen
Im Frühstadium macht sich Karies oft durch kreidige, weisse Flecken (Kreideflecken) auf den Zähnen bemerkbar. Eltern sollten auf Veränderungen der Zahnoberfläche achten. Oft werden erkrankte Milchzähne zu spät entdeckt. Deshalb ist eine häufigere Kontrolle bei Kariesverdacht wichtig – «alle sechs Monate und im Anfangsstadium am besten mit Röntgenbildern», rät die Kinderzahnärztin – zumal Milchzahnkaries schneller fortschreitet als Karies an bleibenden Zähnen. Je früher Karies erkannt wird, desto schonender ist die Behandlung.
So sparen Sie Kosten für Zahnspangen

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Karies bei Kindern vorbeugen
Zur Vorbeugung von Karies gehören eine zahngesunde Ernährung und die richtige Zahnpflege. So bleiben Zähne und Zahnfleisch gesund.
Ernährungstipps zur Kariesprävention
- Zucker vermeiden und zahngesunde Ernährung bevorzugen. Harte, frische und zuckerarme Lebensmittel sind ideal. Süssigkeiten, Fertigprodukte und stark verarbeitete Lebensmittel vermeiden.
- Zuckerfreie Zwischenmahlzeiten wie Gemüsesticks, Nüsse, Cracker, Naturjoghurt zweimal am Tag (Znüni und Zvieri) anbieten. Kein zusätzliches Snacking zwischendurch.
- Zuckerhaltige Süssgetränke, Softdrinks und Fruchtsäfte minimieren. Wasser und ungesüssten Tee anbieten.
- Wenn Süsses, dann einmal am Tag nach einer Hauptmahlzeit und nicht über den Tag verteilt. Anschliessend die Zähne putzen!
- Produkte mit dem «Zahnmännchen» für Zahnfreundlichkeit bevorzugen.
- Fluoridiertes Speisesalz verwenden (Packungen mit grünem Streifen).
«Zuckerfrei» versus «Zahnfreundlich»
«Zuckerfreie» Produkte dürfen bis zu 0,5 Prozent Zucker enthalten. «Ohne Zuckerzusatz» bedeutet lediglich, dass kein Zucker zugesetzt wurde. «So beworbene Produkte können aber von Natur aus verschiedene Zuckerarten enthalten, die bei häufigem Verzehr Zahnkaries verursachen können, das gilt auch für Obst, Trockenfrüchte oder Fruchtsäfte», gibt die Kinderzahnärztin zu bedenken.
Nur «zahnfreundliche» Produkte mit dem Zahnmännchen-Symbol geben die Sicherheit, dass Süsswaren nur mit Zuckerersatzstoffen und Süssstoffen gesüsst und damit zahnfreundlich sind. Sie durchlaufen ein festgelegtes Prüfverfahren und sind sicher für die Zähne.
Tipps für die richtige Zahnpflege bei Kindern
- Regelmässiges Zähneputzen für Kinder: 2-mal täglich ab dem ersten Zahn
- 3-mal täglich Zähneputzen, wenn alle Milchzähne durchgebrochen sind
- Zähne der Kinder bis zum 8. Lebensjahr nachputzen
- Korrekte Zahnputztechnik KAI-Methode für Kinder
- Jährliche Kontrolluntersuchung bei Zahnärztin / Zahnarzt
- Zahnpasta mit altersentsprechendem Fluoridgehalt
- Fluoridgelée ab dem 6. Lebensjahr
- Eltern sollten die richtige Zahnpflege vorleben
Warum ist die Pflege der Milchzähne ebenso wichtig wie die der bleibenden Zähne?
Milchzähne spielen eine wichtige Rolle beim Kauen und Sprechenlernen. Fehlende oder beschädigte Zähne können die Nahrungsaufnahme und die Sprachentwicklung beeinträchtigen. Zudem dienen gesunde Milchzähne als Platzhalter für die bleibenden Zähne. Gehen sie zu früh verloren, z. B. durch Karies, kann dies zu Zahnfehlstellungen und später zu notwendigen Zahnkorrekturen führen, da die bleibenden Zähne keine «Führung» mehr haben.
Unbehandelter Milchzahnkaries kann zu Schmerzen und Infektionen führen, die sich auf die bleibenden Zähne oder den gesamten Organismus ausweiten. Zudem besteht ein erhöhtes Risiko, dass die neuen bleibenden Zähne ebenfalls von Karies befallen werden.
Wie wird Karies bei Milchzähnen behandelt?
Milchzahnkaries wird je nach Ausmass der Schädigung und Alter des Kindes individuell behandelt. «Das Ziel ist, die Backenzähne möglichst zu erhalten und Schmerzen zu vermeiden. In unserer Kinderpraxis achten wir auf eine kindgerechte Behandlung – auch um mögliche Ängste zu minimieren», sagt Dr. Martina Hartmann.
- Ist der Zahnschmelz nur leicht angegriffen, genügt oft eine Ernährungsumstellung und eine intensivere Zahnpflege.
- Ist durch Karies ein Loch entstanden, wird die kariöse Stelle entfernt und der Zahn mit einer Milchzahnfüllung – meist aus Kunststoff – versorgt.
- Bei grossflächig zerstörten Milchzähnen (z. B. Backenzähnen) wird eine Stahlkrone eingesetzt. Diese schützt den Zahn, bis er ausfällt, und verhindert weitere Schäden.
- Ist der Zahn nicht mehr zu retten oder liegt eine Infektion vor, wird er gezogen. Oft wird dann ein sogenannter Platzhalter eingesetzt, um die Lücke für den bleibenden Zahn offen zu halten.
- Eine Behandlung von Karies bei Milchzähnen erfolgt mit viel Einfühlungsvermögen und gegebenenfalls unter örtlicher Betäubung. Bei ängstlichen oder sehr kleinen Kindern kann auch eine Sedierung, z. B. mit Lachgas oder Dormicum-Sirup, oder eine Narkose notwendig sein.
Warum sich eine Zahn-Zusatzversicherung für Kinder lohnt
Jedes zweite Kind brauchte heute eine Zahnspange, trotz bester Zahnpflege und auch ohne Karies. Viele Eltern prüfen deshalb, für ihr Kind eine Zahn-Zusatzversicherung abzuschliessen. Eine Zahn-Zusatzversicherung für Kinder lohnt sich,
- um die Kosten einer Zahnspange, die sich leicht auf mehr als 10'000 Franken belaufen können, zu decken.
- wenn Sie kieferorthopädische Behandlungen wie herausnehmbare, durchsichtige Aligner-Schienen (z. B. Invisalign), feste Zahnspangen (z. B. Metallbrackets) oder unsichtbare feste Zahnspangen (z. B. Lingualtechnik) wünschen.
- um die finanzielle Belastung bei teuren Kieferbehandlungen zu reduzieren.
- wenn die Zahnarztkosten Ihrer Kinder Ihr Budget nicht zusätzlich belasten sollen. Die Grundversicherung übernimmt die Zahnarztkosten für Kinder nur in besonderen Fällen.
- Gut zu wissen: Kinder werden bis zum 5. Geburtstag in der Regel ohne Gesundheitsprüfung in eine Zahn-Zusatzversicherung aufgenommen.
Zahn-Zusatzversicherung für ein schönes Lächeln

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FAQ – Karies bei Kindern
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