Zahnimplantat
Ein Zahnimplantat ist ein festsitzender Zahnersatz, der die Wurzel eines fehlenden Zahns und als Basis für Kronen, Brücken oder herausnehmbaren Zahnersatz dient.
Zahnimplantate ermöglichen festsitzenden Ersatz selbst bei mehreren fehlenden Zähnen. Sie können auch zur Verankerung von herausnehmbarem Zahnersatz genutzt werden, zum Beispiel mit Druckknöpfen.
Behandlung: Vor dem Einsetzen eines Zahnimplantats wird geprüft, ob ausreichend Kieferknochen vorhanden ist. Falls nötig, wird ein Knochenaufbau durchgeführt. Anschliessend wird das Implantat in den Kieferknochen eingesetzt, wo es in der Regel rund drei Monate lang einheilt. Danach erfolgt die Abformung zur Herstellung des endgültigen Zahnersatzes.
Vorteile und Nachteile: Vorteile von Zahnimplantaten sind der langfristige Halt, die Schonung der Nachbarzähne und die vielseitigen Einsatzmöglichkeiten. Nachteile sind die Behandlungsdauer oft über mehrere Monate, die hohen Kosten sowie mögliche Risiken wie Infektionen oder Probleme bei der Einheilung.
«Selbst bei fortgeschrittenem Knochenabbau können schon wenige Zahnimplantate die Funktion deutlich verbessern. Dabei muss nicht für jeden fehlenden Zahn ein eigenes Implantat gesetzt werden – Zwischenglieder oder sogenannte Anhänger (Cantilever) ermöglichen den Ersatz mehrerer Zähne mit weniger Implantaten», erklärt Zahnärztin Prof. Zitzmann.
Lebensdauer: Zahnimplantate halten oft 15 bis 20 Jahre oder länger. Dies zeigt auch eine Langzeitstudie der Universität Bern. Der Austausch einer Krone oder Brücke auf den gleichen Implantaten ist meist problemlos möglich.
Kosten eines Zahnimplantats: Die Kosten für ein oder mehrere Zahnimplantate betragen oft mehrere Tausend Franken. Sie setzen sich zusammen aus dem chirurgischen Eingriff, dem Implantat-Material, der prothetischen Versorgung und der zahntechnischen Arbeit. Zusätzliche Kosten können für einen Knochenaufbau oder eine provisorische Versorgung entstehen.
Inlays, Onlays und Overlays
Inlays, Onlays und Overlays sind festsitzende Zahnersatzlösungen, die beschädigte Zahnsubstanz wiederherstellen, ohne den gesamten Zahn zu überdecken wie bei einer Krone.
Inlays (passgenaue Einlagefüllungen) füllen die Kaufläche innerhalb der Zahnhöcker, Onlays und Overlays (Teilüberkronungen) bedecken zusätzlich grössere Bereiche des Zahns bis hin zur gesamten Kaufläche. Heute wird meist Keramik verwendet, das natürlich wirkt und stabil ist.
«Diese Lösungen sind besonders sinnvoll bei mittelgrossen Zahndefekten und wenn die Bisshöhe bei Erosionen oder Abrasionen wiederhergestellt werden soll», erklärt Zahnärztin Prof. Zitzmann.
Behandlung: Nach Entfernung von Karies und alten Füllungen wird der Zahn präpariert und abgeformt – klassisch oder digital mit einem Intraoralscanner. Das Inlay, Onlay oder Overlay wird anschliessend im Labor gefertigt und dauerhaft auf dem Zahn befestigt. Die Behandlung erfordert in der Regel 1 bis 2 Sitzungen, je nach Verfahren und notwendiger Anpassung.
Vorteile und Nachteile: Vorteile sind der schonende Erhalt der Zahnsubstanz, eine hohe Stabilität sowie eine gute ästhetische Anpassung an die natürlichen Zähne. Nachteile und Risiken können Zahnempfindlichkeit, Materialabnutzung oder eine mögliche Lockerung sein.
Lebensdauer: Inlays, Onlays und Overlays halten durchschnittlich 10 bis 15 Jahre, abhängig von Material, Pflege und Belastung.
Kosten für Inlays, Onlays und Overlays: Die Kosten für diesen Zahnersatz hängen vom Material, dem technischem Aufwand im Labor und dem Umfang der Behandlung ab.
Zahnersatz in nur einer Sitzung: das CEREC-Verfahren
Das CEREC-Verfahren (CEramic REConstruction) ermöglicht die Herstellung von Inlays, Kronen oder kleineren Brücken in nur einer Sitzung – ganz ohne klassischen Abdruck.
Der Zahn wird mit einer 3D-Kamera gescannt (CAD), die Rekonstruktion am Computer entworfen und aus einem Keramikblock (CAM) gefräst. Dieser Prozess dauert nur. 15 bis 30 Minuten). Der fertige Zahnersatz kann danach sofort eingesetzt und befestigt werden, ein Provisorium oder eine zweite Sitzung sind nicht erforderlich.
Prothese
Eine Prothese ist ein herausnehmbarer Zahnersatz, der fehlende Zähne und bei Bedarf auch Gewebe wie Zahnfleisch oder Kieferanteile ersetzt.
Prothesen kommen vor allem bei mehreren fehlenden Zähnen oder zahnlosen Kiefern zum Einsatz.
Prothesen bestehen meist aus Kunststoff für die Basis und die Prothesenzähne. Für zusätzliche Stabilität werden häufig Metallgerüste integriert.
«Insbesondere bei umfangreichem Zahnverlust, Defekten von Kieferknochen und Schleimhäuten sind Prothesen eine bewährte Lösung», erklärt Zahnärztin Prof. Zitzmann.
Behandlung: Für eine Prothese werden zunächst die Kiefer abgeformt und die Bisslage bestimmt. Anschliessend der Prototyp im Mund einprobiert, bevor die Prothese im Dentallabor fertiggestellt wird.
Teilprothesen stützen sich an vorhandenen Zähnen ab, Vollprothesen ersetzen alle Zähne eines Kiefers. Implantate können zusätzlich eingesetzt werden, um den Halt zu verbessern.
Vorteile und Nachteile: Vorteile einer Prothese sind der Ersatz fehlender Zähne und Gewebe, die Wiederherstellung der Kaufunktion und Ästhetik sowie einfache Reinigung. Nachteile sind die Eingewöhnungszeit und mögliche Druckstellen, die eine Anpassung erfordern. Risiken bestehen vor allem bei unzureichender Hygiene oder schlechter Passform.
Lebensdauer: Prothesen halten in der Regel mehrere Jahre. Regelmässige Kontrollen und Anpassungen sind wichtig, um Funktion und Komfort langfristig zu erhalten.
Kosten einer Prothese: Die Kosten hängen von Art, Material und Aufwand für Anpassung und Fertigung ab.