
Krankenkassen-Wissen | 11.9.2025
Gartenhag-Zahnspange: Kosten und Behandlung
Eine Gartenhag-Zahnspange («Plättli-Spange») hat sich zur Korrektur von Zahnfehlstellungen bewährt – insbesondere bei komplexen Fällen. Erfahren Sie vom Experten, wie die Behandlung abläuft, mit welchen Kosten Sie rechnen müssen und wann die Krankenkasse Beiträge übernimmt.
Was ist eine Gartenhag-Zahnspange?
Die Gartenhag-Zahnspange («Plättli-Spange») ist eine festsitzende Zahnspange mit sogenannten Brackets. Die kleinen Plättchen werden direkt auf die Zähne geklebt und über einen Drahtbogen miteinander verbunden. Drahtligaturen oder Clips fixieren den Bogen in den Brackets. Durch den konstanten Druck bewegen sich die Zähne Schritt für Schritt in die gewünschte Position.
Die Gartenhag-Zahnspange eignet sich besonders für komplexe Zahnfehlstellungen. Dazu gehören schiefe oder gedrehte Zähne, Platzmangel sowie Fehlbisse wie Überbiss oder Kreuzbiss. «Eine Plättli-Spange ist fast überall einsetzbar und gilt deshalb als Goldstandard», sagt Fachzahnarzt Dr. Johner. Entscheidend für den langfristigen Behandlungserfolg sei jedoch eine tadellose Mundhygiene.
Wie viele Leute tragen in der Schweiz eine Zahnspange?
Zahnspangen gehören heute für viele Kinder, Jugendliche und auch Erwachsene dazu: Laut der Schweizerischen Gesundheitsbefragung 2022 des Bundesamts für Statistik (BFS) haben rund zwei Drittel der 15- bis 24-Jährigen in der Schweiz bereits eine Zahnspange getragen. Über die gesamte Schweizer Bevölkerung hinweg liegt der Anteil bei 35 Prozent.

Wie viel kostet eine Gartenhag-Zahnspange?
Eine Gartenhag-Zahnspange kostet in der Schweiz meist zwischen 5’000 und 12’000 Franken. Die genauen Kosten hängen von der Zahnfehlstellung, der Behandlungsdauer und dem gewählten Brackets-System ab.
Zusätzliche Kosten können für Retainer, Keramik-Brackets oder Lingualbrackets entstehen. Letztere werden auf der Innenseite der Zähne befestigt und sind von aussen kaum sichtbar. Da sie individuell angefertigt werden, sind sie in der Regel deutlich teurer als klassische Metall-Brackets.
Was bezahlt die Krankenkasse?
Die Grundversicherung bezahlt Zahnspangen in der Schweiz nur in wenigen Ausnahmefällen. Dazu zählen Fehlbildungen des Kiefers oder schwere Erkrankungen des Kausystems.
Für die meisten kieferorthopädischen Behandlungen ist deshalb eine Zusatzversicherung erforderlich. Je nach Versicherungsprodukt wird ein Teil der Kosten für Zahnspangen bei Kindern und Jugendlichen übernommen.
Die Zahn-Zusatzversicherung der KPT unterstützt mit der Leistungsklasse 4 kieferorthopädische Behandlungen bis zum 20. Lebensjahr: Sie übernimmt 75 Prozent der Kosten – ohne Höchstbetrag. Für Kinder ist der Abschluss bis zum 5. Geburtstag ohne zahnärztliches Attest möglich. Zudem ist die Versicherung im ersten Lebensjahr kostenlos.
Schöne Zahnstellung dank der Zahn-Zusatzversicherung der KPT

Brackets sind bei Zahnfehlstellungen von Kindern eine wirksame Lösung. Die Zahn-Zusatzversicherung Leistungsklasse 4 übernimm bis zum 20. Geburtstag 75 Prozent der Kosten für Zahnspangen, ohne betragliche Limite. Kinder werden bis zum 5. Geburtstag ohne zahnärztliches Attest aufgenommen.
Welche Zahnfehlstellungen können mit Brackets korrigiert werden?
Eine Brackets-Zahnspange kann viele Zahnfehlstellungen korrigieren, die sich mit durchsichtigen Alignern – also herausnehmbaren Kunststoffschienen – oft nur eingeschränkt behandeln lassen. Besonders für grössere Zahnbewegungen gilt die Gartenhag-Zahnspange als präzise und effiziente Lösung.
Mit einer Gartenhag-Zahnspange lassen sich unter anderem Überbiss, Kreuzbiss, Tiefbiss, gedrehte Zähne, starker Platzmangel korrigieren.
«Bei grossen Zahnbewegungen sind Brackets oft effizienter als Aligner. Sonst dauert die Behandlung zu lange – und viele tragen die Schienen irgendwann nicht mehr regelmässig», erklärt Fachzahnarzt Dr. Alexander Johner.
Unbehandelte Fehlstellungen können zu Zahnabnutzung, Schmerzen beim Kauen oder einem erhöhten Risiko für Zahnverletzungen führen. Eine erste kieferorthopädische Abklärung erfolgt deshalb häufig bereits im Alter von sieben bis acht Jahren.
Überbiss
Beim Überbiss stehen die oberen Zähne zu weit nach vorne. Mit einer Gartenhag-Zahnspange lässt sich diese Fehlstellung gezielt korrigieren.
Kreuzbiss
Bei einem Kreuzbiss treffen einzelne Zähne oder ganze Zahnreihen nicht korrekt aufeinander. Das kann das Kauen erschweren und die Kiefergelenke einseitig belasten.
Eine Brackets-Zahnspange hilft dabei, die Zahnreihen wieder korrekt auszurichten und Fehlbelastungen langfristig zu reduzieren.
Tiefbiss
Beim Tiefbiss überdecken die oberen Schneidezähne die unteren Zähne besonders stark. Dies kann zu Druckstellen am Zahnfleisch oder zu Abnutzungen an den Zähnen führen.
Durch eine Gartenhag-Zahnspange lassen sich die Zahnreihen nach und nach ausgleichen. Dadurch werden Zähne, Zahnfleisch und Kiefergelenke entlastet.
Welche Arten von Brackets gibt es?
Die Brackets der Zahnspange unterscheiden sich nach Material, Sichtbarkeit, Komfort und teilweise auch nach Farbe: Bei Kindern sind oft bunte Gummiligaturen beliebt.
Metall-Brackets
Metall-Brackets sind robust, langlebig und vergleichsweise kostengünstig. Sie gelten als sehr effizient und werden besonders häufig bei Kindern und Jugendlichen eingesetzt.
Ein Nachteil ist vor allem die Sichtbarkeit der Metallteile.
Keramik-Brackets
Keramik-Brackets sind zahnfarben und dadurch weniger auffällig. Viele Erwachsene wählen diese Variante aus ästhetischen Gründen.
Lingualbrackets
Lingualbrackets werden auf der Innenseite der Zähne befestigt und sind von aussen praktisch unsichtbar.
Lingualbrackets werden individuell angefertigt und sind deutlich teurer als klassische Brackets. Zudem kann das Sprechen anfangs ungewohnt sein, da der Platz für die Zunge eingeschränkt ist.
Keramik ist härter und gleichzeitig anfälliger für Brüche als Metall. Laut Fachzahnarzt Dr. Johner bewegen sich die Drahtbögen in Keramik-Brackets teilweise weniger gut.
Wie läuft die Behandlung mit der Gartenhag-Zahnspange ab?
Die Behandlung mit einer Gartenhag-Zahnspange erfolgt in vier Schritten:
- Diagnose und Planung
Die Kieferorthopädin oder der Kieferorthopäde untersucht die Zahnstellung und erstellt Abdrücke, Röntgenbilder oder digitale Scans. Anschliessend wird der mögliche Behandlungsplan mit der Patientin oder dem Patienten besprochen. - Einsetzen der Brackets
Die Brackets werden auf die Zähne geklebt und mit Drahtbögen verbunden, damit die Zähne kontrolliert bewegt werden können. - Regelmässige Kontrollen
Alle ein bis zwei Monate wird die Zahnspange angepasst und nachjustiert. So werden die Zahnbewegungen Schritt für Schritt gesteuert. - Entfernung und Retainer
Nach Abschluss der Behandlung werden die Brackets entfernt. Anschliessend stabilisiert ein Retainer – ein feiner Draht oder eine Schiene – die neue Zahnstellung.
Die gesamte Behandlung dauert laut Fachzahnarzt Dr. Johner meist zwischen eineinhalb und drei Jahren. Bei komplexen Fehlstellungen kann die Behandlung länger dauern.
Retainer nach der Behandlung
Nach der Behandlung stabilisiert ein Retainer – ein feiner Draht oder eine herausnehmbare Schiene – die neue Zahnstellung. Laut Dr. Johner haben feste Retainer den Vorteil, dass sie nicht vergessen werden können.
Ohne Retainer verschieben sich die Zähne wieder zurück. «Um das Behandlungsresultat zu erhalten, sollten Retainer sogar lebenslang getragen werden», rät der Kieferorthopäde.
Welche Vorteile und Nachteile hat die Brackets-Zahnspange?
Der grösste Vorteil der Brackets-Zahnspange: Sie ermöglicht auch bei komplexen Fehlstellungen eine präzise und kontrollierte Zahnbewegung. Die Gartenhag-Zahnspange wirkt rund um die Uhr und muss – anders als Schienen – nicht extra eingesetzt werden. Besonders bei grösseren Zahnbewegungen gelten Brackets als effektiver und kosteneffizienter.
Nachteile sind die Sichtbarkeit der Brackets, die aufwendigere Mundhygiene sowie vorübergehende Druckgefühle oder Reibungen im Mund nach dem Einsetzen oder Nachjustieren der Zahnspange. Laut Kieferorthopäde Dr. Johner tritt diese Empfindlichkeit vor allem beim Abbeissen auf. Schutzwachs oder in Ausnahmefällen kurzfristig eingesetzte Schmerzmittel helfen, Beschwerden zu lindern.
Worauf muss ich bei der Pflege von Brackets achten?
Bei der Pflege von Brackets ist gründliches Putzen besonders wichtig. Denn rund um die Brackets sammeln sich Zahnbelag und Speisereste schneller an, wodurch das Risiko für Karies steigt.
Hilfreich sind elektrische Zahnbürsten, Interdentalbürsten und spezielle Ortho-Zahnbürsten. Auf sehr harte oder klebrige Lebensmittel wie Karamell oder Kaugummi sollte man besser verzichten.
«Eine ungenügende Mundhygiene ist einer der häufigsten Gründe für Probleme während der Behandlung», sagt Dr. Johner. Regelmässige professionelle Zahnreinigungen alle drei bis sechs Monate helfen zusätzlich, die Zähne gesund zu halten und die Putztechnik zu verbessern.
Das Wichtigste in Kürze
- Eine Gartenhag-Zahnspange korrigiert auch komplexe Zahnfehlstellungen.
- Die Kosten liegen in der Schweiz meist zwischen 5’000 und 12’000 Franken.
- Die Grundversicherung bezahlt Zahnspangen nur in Ausnahmefällen.
- Eine Zahn-Zusatzversicherung kann einen grossen Teil der Kosten übernehmen.
- Eine gute Mundhygiene ist für den Erfolg entscheidend.
- Retainer verhindern, dass sich die Zähne wieder verschieben.
Eine Zahnspange kann schnell mehrere tausend Franken kosten. Mit der Zahn-Zusatzversicherung der KPT sichern Familien ihre Kinder frühzeitig ab. Ihr Plus mit der Leistungsklasse 4: 75% Kostenübernahme für Zahnspangen bis zum 20. Geburtstag, ohne betragliche Limite. Kinder unter 5 Jahren brauchen keine Gesundheitsprüfung.
Häufige Fragen
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