Sport als Stresspuffer

Wem vor lauter Stress alles über den Kopf wächst, geht am besten eine Runde Laufen. Denn Sport ist ein gutes Mittel gegen Stress. Wie, erklärt Sportwissenschaftlerin Claudia Mali.



Das Herz rast, die Atmung geht schnell und flach, die Muskulatur spannt sich an. Die Stresshormone Adrenalin, Cortisol und Noradrenalin versetzen unseren Körper in volle Alarmbereitschaft. In Stressmomenten entwickelt unser Körper ungeahnte Kräfte. Auch unsere geistige Leistungsfähigkeit nimmt zu. «Das hört sich bis jetzt alles positiv an», sagt Claudia Mali, Sportwissenschaftlerin an der Swiss Sportclinic. Ist es soweit auch.

Vermeiden Sie Dauerstress

Stress ist per se nichts Schlechtes – so lange die nötige Erholung nicht fehlt. Wer sich jedoch dauerhaft gestresst fühlt, muss unbedingt für den nötigen Ausgleich sorgen. «Stress führt zu einer Anspannung. Diese müssen wir lösen, damit sich der Stress nicht negativ auf unsere Gesundheit auswirkt», stellt Claudia Mali klar. Bei chronischem Stress kann der Körper die Stresshormone nicht mehr ausreichend abbauen und die Anspannung im Körper nimmt zu. «Unser Körper steht so unter Dauerstress. Das zerrt an der Substanz», sagt Claudia Mali. Die Folge davon sind körperliche und psychische Beschwerden wie Erschöpfung, Rückenschmerzen, Konzentrations- und Schlafstörungen, Burnout, Angstzustände und Herz-/ Kreislauferkrankungen, um nur einige zu nennen.

Resistenter gegen Stress

Laut Claudia Mali ist sich die Wissenschaft noch uneins, in welchem Umfang und bei welcher Intensität der Sport am Effektivsten gegen Stress hilft. Was aber unbestritten ist: Wer regelmässig Sport treibt, tut seiner Gesundheit einen Gefallen und vermindert das Risiko von Übergewicht, Herz-/ Kreislauf-Erkrankungen, Bluthochdruck, Diabetes Typ II und fördert die Knochengesundheit sowie das psychische Wohlbefinden.

Zudem werden wir resistenter gegen Stress. Denn durch den Sport aktivieren und trainieren wir unser Stresssystem. Wir lassen uns nicht mehr so schnell aus der Ruhe bringen und reagieren auch in hektischen Momenten gelassener.

Ihr Fitnessprogramm gegen Stress

Um die Belastbarkeit zu steigern, braucht es kein stundenlanges Intensivtraining. «Damit sich die körperliche Aktivität positiv auf unsere Gesundheit auswirkt, müssen wir uns auf die Woche verteilt mindestens 2.5 Stunden bei mittlerer Intensität bewegen», empfiehlt Claudia Mali. Wer über diese Dauer hinaus trainiert: umso besser, solange der Sport nicht zum Stress wird und wir unsere körperlichen Grenzen beachten. «Sport darf nicht als zusätzlicher Stressor wirken und es braucht immer auch ausreichend Regenerationszeit», präzisiert Claudia Mali. Welche Aktivität sich eignet, hängt von der individuellen Fitness einer Person ab. Doch ob Joggen, Fussball, Yoga oder Walken, wichtig ist die regelmässige Bewegung.

Tipps, wie Sie Ausgleich durch Sport erlangen


  • Bringen Sie Bewegung in Ihren Alltag, indem Sie vermehrt zu Fuss oder mit dem Velo unterwegs sind, langes Sitzen vermeiden und während der Mittagspause ein paar Schritte gehen.
  • Planen Sie den Sport fix im Alltag ein. Beachten Sie dabei folgende Trainingsprinzipien:
    1. Regelmässige körperliche Aktivität.
    2. Variieren zwischen verschiedenen Sportarten.
    3. Ausreichend Regenerationszeit einplanen.
  • Setzen Sie sich realistische Ziele, die mit Ihrem Alltag zu vereinbaren sind.
  • Schaffen Sie Erfolgserlebnisse über den Sport. Sie stärken dadurch Ihr Selbstwertgefühl und packen Aufgaben selbstbewusster an.

Erfahren Sie hier, warum uns Bewegung gut tut.

  

Claudia Mali leitet den Bereich Sportwissenschaften bei der SWISS SPORTCLINC in Bern und unterstützt in ihrer Funktion Sportler bei der Umsetzung Ihres ausgeglichenen Trainings.



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