30 Sekunden Nervenkitzel

Cédric Butti scheint alles zu gelingen: Neben dem Schweizermeister- und dem Europameistertitel bei den BMX Junioren holt er sich in Rock Hill (USA) auch noch den Weltmeistertitel. Der 18-jährige Nachwuchssportler trainiert hart. Von Verzicht, will er dennoch nicht reden.

Cédric Butti, seit dem fünften Lebensjahr fahren Sie BMX. Wie kam es dazu?

Mein Bruder und ich waren noch klein – etwa vier und sechs Jahre alt –, als wir im Fernseher einen Bericht über das BMX-Fahren sahen. Uns hat das total fasziniert. Wir drängten unsere Eltern so lange, bis wir in Winterthur am Pistenrand standen. Dann ging alles schnell. Die ganze Familie trat dem Club Powerbike Winterthur BMX/MTB bei und seither fahre ich BMX.

Und das wurde Ihnen noch nie langweilig?

Langweilig? Nie. Ein BMX-Rennen dauert ca. 30 Sekunden. In dieser halben Minute kann alles passieren. Das ist Adrenalin pur! Anders als bei anderen Sportarten gibt es bei einem BMX-Rennen keine klaren Favoriten. Immer kann etwas Unerwartetes eintreffen – ein Sturz kurz vor der Ziellinie oder ein spektakuläres Überholmanöver. Für mich ist jedes Rennen aufs Neue spannend.

Seit zwei Jahren sind Sie in der kaufmännischen Ausbildung. Finden Sie ausreichend Zeit zum Trainieren?

Gegenüber meiner obligatorischen Schulzeit hat der Stress sogar abgenommen. Ich absolviere in Kreuzlingen das Sport-KV. Die Ausbildung dauert ein Jahr länger als üblich, stellt dafür aber ausreichend Zeit für das Training und die Wettkämpfe zur Verfügung. Dies ist sehr wichtig für mich. Anders könnte ich meinen Trainingsplan kaum einhalten – ich trainiere 8 – 9 mal die Woche. Das sind insgesamt etwa 18 Stunden.

In den 18 Stunden sind die Wettkämpfe noch nicht enthalten – da bleibt nicht mehr viel Freizeit?

Meine Tage sind schon ziemlich ausgefüllt. Meistens trainiere ich am Morgen, gehe dann zur Schule und habe am Abend eine zweite Trainingseinheit. Als Bestandteil meiner Ausbildung absolviere ich im Moment während einem halben Jahr ein kaufmännisches Praktikum. Damit ausreichend Zeit für den Sport bleibt, beträgt das Pensum 50 Prozent. Aber neben der Ausbildung und dem Sport bleibt schon auch Zeit für anderes.

Viele Leute suchen im Sport den Ausgleich zum Berufsalltag. Wie schaffen Sie den Ausgleich?

Am meisten geniesse ich einen ruhigen, gemütlichen Abend mit meiner Freundin oder meinen Freunden. Was mich auch entspannt, ist einfach mal ein TV-Abend.

Kommt nie das Gefühl auf, wegen dem Sport auf anderes zu verzichten?

Nein, für mich ist BMX zu wichtig. Es gibt Momente, in denen mir manchmal der Antrieb fehlt. Aber dann erinnere ich mich an all die Erfolge und die Motivation ist wieder voll da. Zudem haben wir eine super Nationalmannschaft, mit der das Trainieren Spass macht und die einen Teil meines Freundeskreises ausmacht.

Was sind Ihre Pläne für die Zukunft?

Ich möchte mich unbedingt einmal für die Olympiade qualifizieren. Deshalb wechsle ich von den Junioren zur Elite. Das heisst das Niveau nimmt zu und ich muss weiter Gas geben, um den Anschluss zu schaffen. Wie es beruflich weitergeht, weiss ich noch nicht. Mit meinem Kindheitstraum, Astronaut zu werden, wird es wohl nichts.

Ticketverlosung

Schweizer Nachwuchssportler wie Cédric Butti werden durch die Stiftung Schweizer Sporthilfe unterstützt – unter anderem durch die Charity-Veranstaltung Super10Kampf.

Steckbrief Cédric Butti

NameCédric Butti
Geburtsdatum23.07.1999
WohnortHerdern TG
ClubPower Bike Winterthur und Flying Tigers Weinfelden
BerufSport-KV
LieblingspisteZolder, Belgien
Fährt BMX seit2004
Erfolge BMX Junioren2017: Welt-, Europa- und Schweizermeister
2016: WM-Bronze, Vize-Europameister, Schweizermeister

​​​​​​​Suche | Sprache:frit

KontaktSitemapSicherheit und DatenschutzRechtliche Hinweise

© 2017 by KPT/CPT