17‘076 Tage im Einsatz für die KPT

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Die Beatles stürmten gerade die Hitparade, Clint Eastwood avancierte durch den Film „Für eine Handvoll Dollar“ zum Westernhelden und Doris Haefeli trat in Bern ihre Stelle bei der KPT an. Das war 1964.

Wenn Doris Haefeli als Jugendliche ans Berufsleben dachte, sah sie sich am Post- oder am SBB-Schalter. Stattdessen trat sie am 1. April 1964 ihre Stelle an bei der Krankenkasse des Personals des Bundes und der schweizerischen Transportanstalten – kurz KPT. In der Aarbergergasse im 2. Stock setzte sie sich im schlichten Büro an einen der beiden Bürotische beim Fenster. Am 31. Dezember 2010 ist Frau Haefeli in Pension gegangen. Dazwischen liegen mehr als 46 Jahre oder 17‘076 Tage Einsatz für die KPT.  

Ein Einsatz, geprägt von der Familie

Schon der Vater arbeitete bei der KPT. Er war es denn auch, der seine Tochter ermunterte, bei der KPT anzufangen. „Wir hatten diese grossen Blätter Papier“, sagt Doris Haefeli mit weit ausgebreiteten Armen und lacht. Dort habe sie die Mutationen eingetragen, die von den verschiedenen Sektionen in der Schweiz gemeldet wurden. „Das hat mir so gut gefallen, dass ich bei der KPT geblieben bin“, sagt sie. Ans Aufhören dachte sie nie, weder nach der Heirat noch nach der Geburt ihrer beiden Söhne. „Mein Mann wusste, dass ich weiterarbeiten wollte“, erklärt sie. „Das war kein Problem. Ich habe einfach tagsüber die Telefonanrufe entgegengenommen und gearbeitet, während die Kinder schliefen oder später während sie in der Schule waren. Den Rest habe ich abends erledigt.“ Möglich war dies, weil die Mitarbeitenden der KPT schon damals an Heimarbeitsplätzen arbeiten konnten. Denn Krippenplätze und Kindertagesstätten waren zu dieser Zeit kein Thema. Häufig half ihr Ehemann abends noch mit. Und wenn im Herbst 4‘000 Policen von Hand eingepackt und zur Post gebracht werden mussten, packten am ausgezogenen Esstisch auch die Kinder mit an.

Von der Aktenkarte zum Online-Dossier

Doris Haefeli 1964 im KPT-Büro an der Aarbergergasse in Bern | KPT, die Online-KrankenkasseDas Büro an der Aarbergergasse war von grossen Schränken geprägt. „Dort haben wir die Aktenkarten abgelegt“, erklärt Doris Haefeli, „aber dann wurde ja alles immer moderner“. Die Aktenkarten wurden durch Lochkarten ersetzt, die zur Verarbeitung nach Solothurn geschickt werden mussten. „Die grösste Umstellung war dann aber schon der Computer“, sagt sie mit Nachdruck. Eine Veränderung, die sie zuerst nicht mitmachen wollte. Ganz nachdenklich wird Frau Haefeli, und es ist deutlich spürbar, wie viel Respekt sie vor diesem neuen Gerät hatte. Doch das Lachen kehrt zurück, als sie sagt: „Meine Kolleginnen meinten, dass ich das auf jeden Fall noch lerne. Da habe ich es halt in Angriff genommen.“ Heute weiss sie, „dass es schon praktisch ist mit dem Computer. Manchmal merkt man ja erst beim Durchlesen, dass man etwas nicht so schreiben kann.“ Rasch etwas löschen und neu schreiben, das gab es bei der Schreibmaschine nicht. Trotzdem sei der Computer nur ein Arbeitsgerät geblieben, sagt sie und bemerkt dann aber doch ganz lässig: „Ausser manchmal etwas googeln, das mache ich schon.“  

Die grosse, weite Welt am Telefon

Fast unverändert geblieben ist das Telefon als wichtiges Arbeitsinstrument. Allerdings stehen heute zwei Telefonapparate im ordentlichen Büro auf dem Pult. Versicherte melden sich über die Geschäftsnummer. Das ist nicht ganz so selbstverständlich, wie es klingt. Lange Jahre meldeten sich Kundinnen und Kunden über die private Telefonnummer – manchmal auch um 2 Uhr morgens. Denn Doris Haefeli betreute Versicherte, die für das Eidgenössische Departement des Äusseren (EDA) im Ausland tätig sind. Da konnte es schon vorkommen, dass ein Botschafter in Südamerika zum Telefonhörer griff und nicht an die Zeitverschiebung dachte.

Freiheit im Wandel der Zeit

Doris Haefeli heute mit einem Vertreter ihrer umfangreichen Clownsammlung | KPT, die Online-Krankenkasse„Die Arbeit machte mir Freude und es war schön, die Arbeitszeit frei einteilen zu können“, sagt Doris Häfeli auf die Frage, weshalb sie all die Jahre bei der KPT geblieben ist. „Und die Kolleginnen natürlich, wir hatten es immer sehr gut im Team. Das ist wichtig.“ Aus diesen Gründen sieht sie der Pensionierung mit gemischten Gefühlen entgegen. Doch sie freut sich auch sehr darauf, Zeit zu haben. Zum Beispiel, um mit ihrem Mann die Schweiz zu bereisen und sich ihrem Enkelkind zu widmen. „Früher hatte ich die Freiheit, auch als Mutter arbeiten und mir die Zeit einteilen zu können. Und jetzt werde ich sogar die Freiheit haben, meinen ganzen Tag nach Belieben einzuteilen“, sagt sie. Und es ist hörbar, dass sie sich das noch gar nicht richtig vorstellen kann.  

Was würde Doris Haefeli tun, wenn sie noch einmal jung wäre? Die Antwort kommt schnell und bestimmt: „Ich würde mich wieder so entscheiden. Das Versicherungswesen ist sehr komplex und interessant.“ Was gibt es Schöneres, als kurz vor der Pensionierung zurückzuschauen und diese Aussage zu machen – nach 17‘076 Tagen im Einsatz für die KPT?

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